Panoramaansicht von Burg Hülshoff. Foto: Olaf Mahlstedt / LWL-Medienzentrum für WestfalenStiftung soll Mitte 2012 gegründet werden


Havixbeck. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) begrüßt und unterstützt die Gründung einer Stiftung, um gemeinsam mit Partnern die Burg Hülshoff bei Münster, das Geburtshaus einer der wichtigsten deutschen Dichterinnen, Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848), zu erhalten. Das haben alle Fraktionen im Landschaftsausschuss des LWL beschlossen. „Wir haben die Weichen gestellt, dass Burg Hülshoff der Öffentlichkeit erhalten bleibt. Es ist ein sehr vielversprechendes Projekt“, sagte der Ausschussvorsitzende Dieter Gebhard (Gelsenkirchen), gleichzeitig Kuratoriumsvorsitzender der LWL-Kulturstiftung.

 

 

Die Kulturstiftung des LWL soll nach dem Beschluss vier Millionen Euro zum Stiftungskapital beisteuern. Für die Gründung der Stiftung wird insgesamt ein Kapital von 19,3 Millionen Euro benötigt. „Ich bin außerordentlich dankbar, dass sich neben den beteiligten Kreisen und Städten auch das Land NRW und der Bund beteiligen. Ich erwarte die Gründung bis Mitte 2012, wenn alle Stiftungsanteile eingezahlt sind“, so LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch am Freitag. Die benötigte Stiftungssumme sei inzwischen fast erreicht.

Die gesamte Burganlage bei Havixbeck, die Ländereien sowie zahlreiche Exponate bildender und literarischer Kunst aus Familienbesitz werden nach den Plänen in die Stiftung eingebracht. Gutachter hatten nach Abzug aller Verbindlichkeiten einen jährlichen Ertrag aus dem Stiftungskapital von 450.000 Euro veranschlagt, um einen finanziell gesicherten Betrieb zu gewährleisten.

Hintergrund der geplanten Stiftung für Burg Hülshoff war auch die heftige Kritik an dem Gutachten „KunstNRW“ zur Kultur und Kulturförderung, das die damalige Landesregierung vor drei Jahren vorgestellt hatte und das den westfälischen Landesteil so gut wie nicht erwähnte. Das Gutachten mit der einseitigen Bevorzugung des Rheinlandes habe Westfalen aufgeweckt, hieß es seinerzeit. Auch in Westfalen und Lippe brauche man vorzeigbare Projekte, die die Landesregierung ebenso wie die Kultur im Rheinland unterstützen müsse.

Die Wasserburg Hülshoff ist sowohl aus baudenkmalpflegerischer Sicht als auch als Geburtsort der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff von hohem Interesse. Bei der Burg Hülshoff handelt es sich um eine typische westfälische Wasserburg mit einer über 500-jährigen Familientradition. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Burg bereits im 11. Jahrhundert. 1417 kam sie in den Besitz der Herren von Deckenbrock, die sich später „von Droste“ nannten. Das Herrenhaus ließ Heinrich I. von Droste Hülshoff um 1540/1545 erbauen. Das in Form einer geschlossenen Renaissanceanlage gebaute Haus ist bis heute erhalten. Angeschlossen an die Burg ist eine im späten 19. Jahrhundert im neugotischen Stil erbaute Kapelle. Die Anlage mit dem öffentlich zugänglichen Park, der Burg sowie einem Drostemuseum ist in Familienbesitz.

Burg Hülshoff ist der Geburtsort der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff. Im Januar 1797 wurde die Dichterin auf der Wasserburg geboren und verbrachte dort sowie in dem unweit gelegenen Haus Rüschhaus Großteile ihres Lebens. Zu Lebzeiten weitgehend unbekannt, zählt Annette von Droste-Hülshoff längst zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der deutschen Literatur und ist unbestritten die wichtigste Dichterin Westfalens. Ihr Werk hat einen anerkannt hohen Stellenwert in der deutschen Literatur, Teile daraus wie die Erzählung „Die Judenbuche“ gehören zur Weltliteratur.

Panoramaansicht von Burg Hülshoff. Foto: Olaf Mahlstedt / LWL-Medienzentrum für Westfalen

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