Bau-Jakobikirche-freistellenEntwurf des Architekten Peter Bastian überzeugt Kirchenvorstand / Fünf würfelförmige Flachdachbauten sollen neuen Wohnraum schaffen


Coesfeld. Was bisher nur als Modell und graphische Darstellung besteht, soll im Jahr 2013 in der Coesfelder Innenstadt realisiert werden. Fünf neue dreigeschossige Wohneinheiten sollen dort entstehen, wo sich heute noch Pfarrheim und Pfarrhaus benachbart zur unter Denkmalschutz stehenden St. Jakobikirche befinden. Die Aufgabe beider Gebäude hatte die fusionierte Kirchengemeinde St. Lamberti nach der Zusammenlegung im Jahr 2007 beschlossen, weil in Coesfeld derzeit Überhänge an Pfarrheims-Flächen von 60 Prozent bestehen, wenn man den aktuellen Schlüssel von 100 Quadratmeter Pfarrheimfläche pro 1000 Katholiken zugrunde legt.

 

 

Das Grundstücksareal von rund 3.800 Quadratmetern ist in Form eines Architektenwettbewerbs für den Planungsprozess freigegeben worden. Dabei galt es die besondere städtebauliche Situation zu berücksichtigen, innovative Wohnformen zu entwickeln, Räumlichkeiten für soziale Einrichtungen zu integrieren und die zukünftige Nutzung des Kirchenvorplatzes in die Planung miteinzubeziehen. Eine Jury bestehend aus dem Kirchenvorstand St. Lamberti, einem freischaffenden Architekten und Städteplaner sowie Vertretern des Bistums Münster und der Stadt Coesfeld hat die entwickelten Gestaltungskonzepte bewertet und sich für den Entwurf des Architekten Peter Bastian, Münster, entschieden. Dieser sieht würfelförmige dreigeschossige Flachdach-Wohnhäuser mit eigenem Garten und eine Dependance für das Hotel Haselhoff mit rund fünfzehn zusätzlichen Zimmern vor. „Dieser Entwurf lässt eine gute gestalterische Lösung erwarten, greift die örtliche Situation in sensiblem Raum auf und schafft am Standort Jakobi ein neues Quartier“, erklärte Diplom-Ingenieur Georg Schoofs, Leiter der Gruppe Liegenschaften im bischöflichen Generalvikariat in einem Pressegespräch.

Ein Wohnviertel, das zukünftig auch eine Außenwohngruppe von Haus Hall beheimaten soll und mit zusätzlichen Räumlichkeiten zur Anlaufstelle für andere Außenbewohner der bischöflichen Stiftung werden kann. Der Entwurf von Architekt Peter Bastian sei aber noch zu optimieren, so die Jury, beispielsweise durch zusätzliche Fenster an den Nord- und Südfassaden sowie einfriedende Hecken neben den geplanten Mauerelementen und durch Fußwege, die eine Durchquerung der halböffentlichen Räume in Ost-West-Richtung ermöglichen. Die Verkehrsführung bleibe erhalten, ebenso die öffentlichen Stellplätze. Durch den Bau einer Tiefgarage sollen darüber hinaus zusätzliche Parkmöglichkeiten für Anwohner und Besucher gleichermaßen geschaffen werden.

Die Gemeindemitglieder hatten am vergangenen Wochenende Gelegenheit die Zeichnungen und Modelle für die geplante Neubebauung im Schatten der Jakobi-Kirche bei einer Ausstellung im „Paradies“ kennenzulernen. Wenn nach einer eingehenden Prüfung der bauordnungsrechtlichen Belange der Bebauungsplan entsprechend geändert und vom Rat der Stadt Coesfeld beschlossen wird, und die Kirchengemeinde mit dem Investor einen Erbbauvertrag abgeschlossen hat, sind die Würfel für den Bau eines neuen „Jakobi-Wohnquartiers“ im Jahr 2013 endgültig gefallen. Silke Florijn

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