Polizeigewerkschaft geht auf Konfrontationskurs zum Innenminister

 

Polizeimutzen-hoch

Kreis. Ein Satz warme Ohren gab es in der vergangenen Woche für die 140 Streifenpolizisten der Kreispolizeibehörde Coesfeld. Da verteilte Kai Hartweg, Vorsitzender der Kreisgruppe Coesfeld der Gewerkschaft der Polizei (GdP) schwarze Wollmützen an die Kollegen des Wach- und Wechseldienstes. Damit geht die GdP ganz bewusst auf Konfrontationskurs zum obersten Dienstherren, dem NRW Innenminister Ralf Jäger. Denn Jäger stellt die Streifenbeamten nach Ansicht der Gewerkschaft vor die Wahl eine Fellmütze zu tragen oder rote Ohren zu kriegen.

 

Denn für den Dienst bei frostigen Temperaturen sieht das Innenministerium Fellmützen vor, die die Polizisten in NRW nicht tragen wollen. Das sagt zumindest die GdP. „Die Russenmütze, die das Ministerium zur Verfügung stellt, ist keine Alternative. Damit machen wir uns in der Öffentlichkeit nur lächerlich“, sagt Edgar Elpers stellvertretender Vorsitzende der GdP im Kreis Coesfeld. „Wir lassen uns nicht zum Affen machen“, findet Hartweg deutliche Worte.

 

Eine Mützen-Wahl haben die Polizeibeamten im Kreis Coesfeld trotzdem nicht. „Laut Dienstkleidungsordnung dürfen die Mützen der Gewerkschaft nicht getragen werden“, sagt Jörg Sommerfeld, Pressesprecher des zuständigen Landesamts für Zentrale Polizeiliche Dienste NRW. Für die Umsetzung des Trageverbots stehe der jeweilige Wachleiter in der Verantwortung. Trotz aller Apelle der Gewerkschaft können sich die Streifenpolizisten also nur zwischen der offiziellen Wintermütze der Polizei NRW, roten Ohren oder „Räuberzivil“ entscheiden.

 

Laut Sommerfeld haben bereits 6.000 Beamte die Fellmütze bestellt. Sie halte Kopf und Ohren im Außendienst auch bei niedrigen Temperaturen zuverlässig warm. Das bestreitet die Gewerkschaft nicht. Sie will aber eine Mütze, die von den Polizeibeamten auch optisch akzeptiert wird. „In fast allen anderen Bundesländern und bei der Bereitschaftspolizei gibt es schließlich auch andere Wintermützen im Angebot“, so Hartweg. „Über Geschmack lässt sich streiten“, meint Sommerfeld.

 

Und genau das passiert derzeit hinter verschlossenen Türen. In einem Einigungsverfahren diskutieren Gewerkschaft und Ministerium den „Mützen-Streit“. „Wahrscheinlich gibt es noch in diesem Jahr eine Entscheidung“, sagt Jörg Sommerfeld. Die Gespräche zwischen den beiden Parteien laufen schon länger. Auf mehr als eine Testphase mit einem Baseballcap mit ausklappbarem Ohrenschutz im vergangenen Winter konnte man sich aber nicht einigen. Die Mütze fiel durch, weil sie nicht genug wärmte. Dem Ruf nach einer Woll- oder Fleecemütze will die GdP mit dem Verteilen von insgesamt 5.000 Mützen in ganz NRW nun Nachdruck verleihen. Wenn die Gewerkschaft mit ihrem Anliegen trotzdem auf taube Ohren beim Innenministerium stößt, müssen es die Streifenbeamten mit roten Ohren ausbaden oder sich als Alternative „zum Affen machen“. Jens Ochsenfarth

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