Schiedsrichter brauchen Persönlichkeit, sportliche Fitness und müssen die Regeln beherrschen, um auf jede Situation angemessen reagieren zu können. Foto: ArchivAnforderungen an einen Schiedsrichter sind hoch/FLVW bildet aus


Kreis. Von der Fußballbundesliga kennt man es. Der Schiedsrichter fällt eine Entscheidung, die für einen schwer nachvollziehbar ist und schon ist er an allem Schuld. „Darum sagen wir gleich zu Beginn des Lehrgangs, dass man damit rechnen muss, auch mal beschimpft zu werden“, so Willy Westphal, Vorsitzender des Kreisschiedsrichterausschuss. „Wenn dann noch erwähnt wird, dass ich auch mal sonntags um 8 Uhr anrufe, weil der angesetzte Schiedsrichter nicht kann, sind viele beim zweiten Lehrgangabend nicht mehr dabei.“

 

 
Die Chance Schiri zu werden, steht erstmal allen ab 14 Jahren offen. „In dem Alter ist es mit der Betreuung durch einen älteren Schiedsrichter machbar“, so Westphal. Doch an jeden, der die sechs Lehrgangabende durchzieht und die Prüfung besteht, werden hohe Anforderungen gestellt, obwohl es sich bei der Tätigkeit in den unteren Klassen um ein Hobby handelt. „Persönlichkeit, sportliche Fitness und das Beherrschen der Regelkunde ist das, was einen guten Schiedsrichter ausmacht.“ Diese Dinge seien wichtig. „Ohne die nötige Fitness kann man einem Spiel konditionell keine 90 Minuten folgen. Man muss als Schiedsrichter mindestens zehn Meter dran sein, um die richtige Entscheidung zu treffen.“ Die Regeln müsse man nicht auswendig kennen, sondern beherrschen. „In jedem Spiel wird man mit einer neuen Situation konfrontiert, die man vorher vielleicht nicht gehabt hat.“ Gepfiffen werde in allen Klassen nach den Regeln der FIFA. 


„Zudem muss man eine Persönlichkeit sein. Autorität besitzen, nicht autoritär sein, das ist wichtig. Schließlich muss man sich vor und nach dem Spiel auch noch bewegen können“, so Westphal. Wer sich bewährt, kann mit dem Alter aufsteigen. Der Fußballkreis 1 Ahaus/Coesfeld beobachtet die Schiedsrichter und guckt, wer für die höhere Klasse geeignet ist. „Philipp Hüwe von der DJK Coesfeld ist so ein Talent. Bei ihm hat sich schnell herauskristallisiert, dass er ein guter Schiedsrichter ist. Von der Bezirksliga ging es direkt in die Westfalenliga.“ Darüber hinaus ist er Mitglied im Perspektivteam des westfälischen Fußballverbandes, das talentierte Schiedsrichter möglichst an die DFB-Ligen ranführen will. Spiele in der B-Jugend der ersten Bundesliga hat er bereits gepfiffen.


Reich wird man in den unteren Klassen mit dem Pfeifen nicht. Allerdings erhöht sich die Entlohnung je höher die Spielklasse ist. Zudem erhält man mit dem Schiedsrichterausweis freien Eintritt für alle Spiele des Deutschen-Fußball-Bundes. Auch wenn grundsätzlich jeder Schiedsrichter werde kann. „In der Regel sind es Spieler aus Fußballvereinen, weil sie Zweikampfsituationen besser beobachten können“, so Westphal. Weitere Informationen www.flvw-kreis-1-sr.de Sascha Kappel

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