Das Verbreitungsgebiet

Vom Probenraum zum Kinosaal

Die Jugendwohngruppe Neutor hat zwar schon einen Freizeitraum. Dieser gleicht aber einem Provisorium. Derzeit packen die Jungs und Mädchen kräftig an, um die alte Garage aufzuhübschen.

In der Jugendwohngruppe packen alle an, um den Freizeitraum neu zu gestalten. Foto: as

Coesfeld. Möglich gemacht hat dies eine Spende der Aktion Mensch. Knappe 4.000 Euro hat die Initiative zur Verfügung gestellt, damit die Wohngruppe die Umgestaltung angehen kann. 

 

„Im Winter ist ein Aufenthalt in dem Raum fast unmöglich“, erläutert Ingo Melzer, einer der Betreuer vor Ort. Vor sieben Jahren war die ehemalige Garage erstmals renoviert worden, damals aber noch sehr behelfsmäßig und ohne fachkundige Anleitung. Dies ist jetzt anders, Profis des Trägers, der Evangelischen Jugendhilfe Münsterland e.V., stehen den Kids in dem hundertjährigen Haus mit Rat und Tat zur Seite. 

 

Der technische Dienst hat ein Auge darauf, welche Arbeiten wie erledigt werden müssen. Ausführen müssen diese die Jugendlichen dann aber selbst, und das ist durchaus Teil des pädagogischen Konzeptes. „So identifizieren sie sich nachher viel mehr mit dem Raum“, betont Ingo Melzer. 

 

Die Prioritäten sind dabei klar gesetzt: Die Dämmung muss komplett erneuert werden, die Tür ersetzt und der Fußboden ausgetauscht werden. Aus dem „machen wir einfach mal“ von damals ist ein strukturiertes Vorgehen geworden. „Der Raum hatte schon vom Probenraum bis zum Billardzimmer viele Funktionen“, erinnert sich Ingo Melzer. Der neue Freizeitraum ist wichtig, damit die Jugendlichen Freunde treffen und ihre Zeit sinnvoll nutzen können. Ein Wunsch ist es, dass dort ein kleiner Kinosaal eingerichtet wird. „Was kann uns besseres passieren, als dass die Jugendlichen sich dafür interessieren und später auf den Raum aufpassen“, freut sich Ingo Melzer über das Engagement seiner Schützlinge. 

 

Momentan leben acht Jugendliche zwischen acht und 14 Jahren in der Wohngruppe. Jeder kann sich in der Umbauphase entsprechend seiner Möglichkeiten einbringen. „Einige sind künstlerisch sehr fit, setzen sich sehr mit Deko auseinander, andere wiederum können gut mit der Technik umgehen“, freut sich Ingo Melzer über die unterschiedlichen Talente. Der Zeitraum für die Arbeiten ist durch die Aktion Mensch vorgegeben, in einem Jahr muss der Raum fertig sein. Nach Wunsch der Wohngruppe soll dies schon viel früher der Fall sein - denn der nächste Winter kommt bestimmt.