Kolping Spielschar probt für „Mord in´n Höhnerstall“/ Premiere am Dienstag
Dülmen. Hinterm Haus steht ein Flachmann, im Hof spielen Betrunkene Flaschendrehen und die Kommissare Derrik (Josef Lenz) und Kleiner (Rabea Kersting) haben kurz vorher ein Hotelzimmer bezogen, natürlich getrennt. Was auf den ersten Blick etwas schräg anmutet, ändert sich auch auf den zweiten nicht. Schräg soll es nämlich sein. Mit viel Herzblut und Spaß probt seit fast vier Monaten die Spielschar der Kolpingfamilie Dülmen für „Mord in´n Höhnerstall“. Es ist ein plattdeutscher Schwank in drei Akten, in dem Junggeselle und Finanzamtsmitarbeiter Alfons Zipperich (Ulrich Kissenkötter) sich nicht nur von seiner Schwester Lisbeth (Alexandra Ritter) bestens versorgen lässt, sondern er mit ihrem Liebling, Hahn Otto, ein besonderes Druckmittel einsetzt, wenn sie nicht spurt. Denn Alfons würde ihn viel lieber im Kochtopf sehen. Als dann noch zwei Frauen (Elisabeth Kersting und Rita Liedtke) )in Lisbeth´s Pension auftauchen, Alfons und sein bester Freund Karl-Jopp (Bernd Wiesel) dadurch den zweiten Frühling erleben, Alfons aber am Ende tot im Hühnerstall liegt, nimmt das Stück „Mord in´n Höhnerstall“ seinen witzigen und überraschenden Lauf.
Seit Juli probt die Spielschar für die Komödie im Kolpinghaus. Der Zeitplan bis zur Premiere am 1. November (20 Uhr) ist eng. „Wir proben zunächst einmal in der Woche, das wird im weiteren Verlauf auf zwei Mal erhöht und in der heißen Phase proben wir drei Mal in der Woche“, so Regisseur Heinz Wiesel. Man müsse dazu mit einplanen, dass nicht jeder immer an allen Proben teilnehmen kann. „Schließlich sind viele berufstätig“, so Wiesel. Parallel dazu wird seit September das Bühnenbild erstellt. Bei der Besetzung richtet sich der Regisseur nach seiner Erfahrung. „Ein Casting gab es nicht. Man kennt seine Spieler und weiß, wer für eine Rolle geeignet ist.“
Nicht nur die Spielleidenschaft verbindet die Truppe. Es ist genauso, oder eben gerade die Liebe zum Münsterländer Platt, auch wenn das für manchen Mitspieler eine Herausforderung ist, wie Bernd Wiesel sagt. „Nicht alle Spieler sprechen flüssig platt. Auch mir als alter Hase passiert es, dass mir während des Stücks mal ein Wort in Hochdeutsch rausrutscht.“ Es gebe aber Nachhilfe. Auch Zuschauer, die der Sprache nicht mächtig sind, sollten dem Stück folgen können. „Man kommt in die Handlung rein“, so Mitspieler Bernd Wiesel.
Auffällig ist, dass mit der 19jährigen Rabea Kersting, die einzige Jugendliche im Ensemble zu finden ist. Liegen kann das daran, dass die Rollen entsprechend deren Alter besetzt werden. Jedoch weist Willi Teutemacher auf folgendes hin. „Es gibt zu wenig Jugendliche, die Platt sprechen.“ Das gebe zukünftig Probleme. Bernd Wiesel bestätigt das: „Die Sprache ist nicht mehr aktuell. Dadurch werden die Spielscharen, die plattdeutsche Stücke spielen weniger.“ Der Reinerlös aus den Vorstellungen geht an das ambulante Hospiz Dülmen sowie an die Tumor Schüler-Forschungsgruppe um Dr. Gregor Dresemann. Übrigens, jeder der Interesse hat mitzuspielen, kann sich an die Spielschar wenden. „Man ist jederzeit herzlich willkommen“, so Bernd Wiesel. Sascha Kappel
Vorstellungstermine: 1.11 (20 Uhr), 5.11 (20 Uhr),6.11 (15 Uhr), 19.11 (20 Uhr), 20.11 (15 Uhr). Die Karten kosten sechs Euro. Vorbestellung bei Ulrich Kissenkötter Tel. 0 25 94/34 22 oder dienstags und freitags von 10 bis 12 Uhr in Resis Musikstübchen, Bärenstiege.