Skudden und rauhwollige Pommersche Landschafe sind vom Aussterben bedroht/Züchtertreffen am Sonntag
Gescher/Coesfeld. Es gibt Leute, die sich der Aufgabe gewidmet haben, das Schweigen der Lämmer zu verhindern. Dazu zählen Holger Beeke (Gescher), Gerhard Girod (Gescher) und Dennis Heming (Stevede). Alle drei sind Mitglieder im Zuchtverband für ostpreußische Skudden und rauhwollige Pommersche Landschafe, der bundesweit 260 Mitglieder hat. Mit ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit, wollen Sie helfen, für den Fortbestand der Rassen zu sorgen.
Während sich Heming und Girod der Züchtung von Skudden verschrieben haben, ist die Zucht von Pommerschen Landschafen die Leidenschaft von Beeke. „1982 gab es eine Bestandserhebung für Pommersche Landschafe. Dabei kam heraus, dass es in der DDR nur noch sieben Böcke, 46 Muttertiere und acht Jungschafe gab“, so Beeke. In den alten Bundesländern sei der Bestand zu der Zeit nicht der Rede wert gewesen.
Alarmierende Zahlen, bedenkt man, dass es 1936 in Deutschland noch 70 200 rauhwollige Pommersche Landschafe gab, in den 50er Jahren sogar rund 110 000. Der Grund für die damals gestiegene Zahl: das Schaf ist fähig aus kargem Futterangebot bei ungünstigen Haltungsbedingungen Wolle und Fleisch zu produzieren. Die selben Vorteile besitzen Skudden auch. „Diese Fähigkeit half vielen Menschen, die schwere Zeit nach dem Weltkrieg zu überstehen“, so Beeke. Mit der Stabilisierung der Landwirtschaft sank die Zahl der Bestände. Bei den Skudden gibt es nur noch Restbestände. Im Baltikum sollen sie ganz ausgestorben sein.
Um Tiere züchten zu können, muss man einem Verband angehören. Nur dann werden Tiere ins Herdbuch eingetragen“, so Heming, der Geschäftsführer des Zuchtverband für ostpreußische Skudden und rauhwollige Pommersche Landschafe ist. Durch den Eintrag kann die Abstammung nachgehalten werden. Gerhard Girod ist seit 1999 Verbandsmitglied und ist als Zuchtwart für die Tieraufnahme sowie die Einträge ins Herdbuch zuständig. Kommenden Sonntag startet bei ihm ein Züchtertreffen. „Bei mir wird gefrühstückt. Danach besuchen wir drei Betriebe in Gescher und Coesfeld“, so Girod. Wer Interesse an einer Zucht der Rassen hat, kann sich an Dennis Heming wenden. Tel.: 0 25 41/92 65 19 www.landschafe.de Sascha Kappel