Günter II. (Kemna) regiert die Glockenstadt / Festumzug mit Mischung aus Lokalkolorit und bundespolitischer Satire
Gescher. Während die Narren in den rheinischen Karnevalshochburgen noch ein paar Tage ausharren müssen, haben die Gescheraner Jecken mit ihrem Rosenmontagsumzug den Auftakt der närrischen Session bereits gebührend gefeiert. Der eisigen Kälte trotzten die Scharen von Schaulustigen vorzugsweise in kuscheligen Plüschkostümen, wollten sie doch ihrem neuen Prinzen Günter II. (Kemna) trotz frostiger Minusgrade einen „warmen Empfang“ bereiten.
Einfallsreich kostümierte Fußgruppen, niedliche Mickey-Mäuse, bunte Blumenwiesen, elfenähnliche Waldbewohner, schwarze Schafe oder schauerliche Vampire zogen gemeinsam mit musizierenden Spielmannszügen und aufwändig geschmückten Motivwagen durch die Glockenstadt.
Die insgesamt 48 teilnehmenden Gruppen präsentierten eine originelle Mischung aus Lokalkolorit „Kirche, Vorplatz, Bücherei, uns reicht die Rathaus-Hampelei“ und bundespolitischer Satire „Euro-Not: Griechen-Tod, Europa – eine unendliche Geschichte“. Ob feierfreudige holländische Nachbarn, Griechen, Römer und italienische Pizzabäcker, alle reihten sie sich in närrischer Harmonie in den Festzug ein. Leuchtendgelbe Regenschirme mit überdimensionalen Regentropfen erinnerten an den „Regensommer 2011“ und riesengroße Helau-rufende Handys sorgten sich über „Unsere Jugend im Handy-Wahnsinn“.
Mit einem besonders prunkvollen Festwagen, auf dem das Brandenburger Tor samt Quadriga thronte, setzte sich die Nachbarschaft „Berliner Tor“ zum hundertjährigen Jubiläum ein beeindruckendes Denkmal. Elegante Damen mit ausladenden rosafarbenen Hüten und Herren in pinkfarbenem Frack und Zylinder grüßten vornehm das dicht gedrängte, staunende Narrenvolk. So war der frischgebackene Prinz Günter II. in seiner Glocke hoch oben auf dem Prinzenwagen zum Abschluss des farbenfrohen und ideenreichen Umzugs einer von unzähligen Höhepunkten. Silke Florijn