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Scharfe Augen, sichere Hände

Wenn Oliver Krok durchs Zielrohr blickt, dann ist höchste Konzentration gefragt. Ein Wackler, und seine Kugel verfehlt die zehn Punkte. Der Zwölfjährige ist einer von zehn Jugendlichen der Schützengilde Lette.

Haben ihr Ziel fest im Blick (v.l.): Oliver Krok, Jesse Dirking, Adrian Gödde, Matthes Kölking, Nils Kerkhoff und Jugendwart Marco Hemsing. Foto: as

Lette. Und genau diese Fähigkeit der Konzentration ist es, die den Schüler an seinem Sport reizt. „Ich schieße seit einem halben Jahr, wenn man sich nicht konzentriert, trifft man halt ins Weiße statt ins Schwarze“, so Oliver Krok. Und sein Vereinskollege Matthes Kölking (12) findet ebenfalls die Ruhe, die der Sport verlangt, so besonders. „Ich bin manchmal hibbelig, hier kann ich mich gut konzentrieren“. Ein Ziel hat er dabei auch schon vor Augen: „Wenn ich älter bin, würde ich gerne mal Tontauben schießen.“ Jugendwart Marco Hemsing ist Chef der Truppe. Die Kleinsten ab zehn Jahre trainieren erst noch mit dem Lichtgewehr, ab zwölf Jahre darf mit dem Luftgewehr geschossen werden. Aber auch hier geht Sicherheit über alles. Liegt das Gewehr, markiert ein rotes Fähnchen den leeren Lauf. Entstanden ist die Schützengilde vor 55 Jahren, sie hat sich vom Allgemeinen Schützenverein abgespalten, um sich ganz dem Sportschießen zu widmen. Die Jugendlichen treten, ganz ähnlich wie im Fußball, in unterschiedlichen Altersklassen an. Dabei sind lange nicht nur Jungs aktiv, Dana Prüfe ist ein „Eigengewächs“ der Jugend und in der Bundesliga in der Damenklasse aktiv. Sportlich messen sich die Schützen jedes Jahr aufs Neue bei den Kreismeisterschaften. Bei guten Ergebnissen können sie sich dann weiter zu den Bezirks- und Landesmeisterschaften bis hin zur Deutschen Meisterschaft qualifizieren. „Mindestens bis zur Bezirksmeisterschaft sollte es aber schon gehen“, nennt Marco Hemsing ein Ziel. Um sicher zu schießen, reicht übrigens nicht nur ein gutes Auge. Jeder Jugendliche hat sein eigenes, auf ihn eingestelltes Gewehr. Eine spezielle Kleidung erleichtert die Haltung, schließlich wiegt die Waffe in der Grundform 4,5 Kilogramm, bis zu 5,5 Kilogramm schwer darf sie werden. „Mit der Kleidung ist man wie in Beton gegossen“, erläutert Marco Hemsing. www.sg-lette.de