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Männerdomäne soll durchbrochen werden

Eliza Diekmann, 33 Jahre alt und Mutter von zwei Kindern, will Bürgermeisterin von Coesfeld werden. Das Wahlbündnis (Kleeblatt) aus Pro Coesfeld, Aktiv für Coesfeld, SPD Ortsverein Coesfeld und Die Grünen Ortsverein Coesfeld schickt die gebürtige Steinfurterin ins Rennen.

Sie will erste Bürgerin der Kreisstadt werden: Eliza Diekmann (33) kandidiert als Bürgermeisterin von Coesfeld und geht als Kandidatin für das Kleeblatt-Wahlbündnis ins Rennen.

Das Bürgermeisteramt in Coesfeld ist seit Jahrzehnten von Männern bekleidet worden. Zuletzt von Heinz Öhmann, der im September verkündet hat, im kommenden Wahljahr nicht mehr antreten zu wollen. Seit Freitag ist klar, dass die Männerdomäne in Gefahr geraten könnte.

Denn das Wahlbündnis bestehend aus Pro Coesfeld, Aktiv für Coesfeld, SPD Ortsverein Coesfeld und Die Grünen Ortsverein Coesfeld hat sich entschieden für die Bürgermeisterwahl am 13. September 2020 eine gemeinsame Kandidatin ins Rennen zu schicken: „Ich bin Eliza, und gemeinsam machen wir das einfach“, stellte sich jetzt Eliza Diekmann in der AWO-Begegnungsstätte vor. „Ich habe zwei Kinder, vier und zwei Jahre alt, und lebe seit vier Jahren in Coesfeld. Ich bin aufgewachsen in Steinfurt, bin also eine echte Münsterländerin“, beschreibt sich die Journalistin mit ihren Fachgebieten Politik und Wirtschaft.

Aktuell ist die junge Mutter bei Ernsting‘s familybeschäftigt. Coesfeld sei eine tolle Stadt, für die es sich lohnt sich einzusetzen und zu kämpfen. „Ich lade jeden ein, mich zu duzen, da ich als Bürgermeisterin ein Teil von Euch sein möchte. Aber ich möchte auch keinen ausschließen, der mich lieber siezen möchte. So, wie sich jeder wohlfühlt. Denn es kommt mir auf die Gespräche an und nicht auf die Formalien“, unterstreicht Eliza Diekmann, die aber auch schon klare Zielvorstellungen hat: „Als Verwaltung müssen wir unsere Dienstleistungs-Kompetenz noch weiter ausbauen. Die ist heute schon gut, gemeinsam werden wir es aber noch besser machen.“

Sie wolle Bürgermeisterin für alle Coesfelder sein. Daher sei es nur logisch, nicht für eine Partei anzutreten, sondern mit dem Kleeblatt-Bündnis. „Ich werde so oft wie möglich freitags immer in abwechselnden Cafés, die ich vorher ankündige, von 9 bis 12 Uhr anzutreffen sein und mir die Zeit für Gespräche nehmen. Ich werde auf den sozialen Kanälen und auf meiner Webseite alle Leute informieren über die Dinge, die ich mache – persönlich, klar und mit verständlichen Worten“, will die Kandidaten für mehr Transparenz sorgen.

„In den nächsten drei Monaten werde ich gemeinsam mit dem Kleeblatt unser Wahlprogramm in drei Schritten erarbeiten. Schritt 1: Zuhören und verstehen und einen Überblick über die Ist-Situation verschaffen; Schritt 2: Ideen sammeln, was wir tun müssen und bewerten und Schritt 3: einen konkreten Fahrplan haben, was wir heute für morgen und heute für übermorgen tun müssen, damit es uns auch in Zukunft gut geht“. Eliza Diekmann weiß auch schon, wie sie ihr gewünschtes Amt und ihre Aufgabe als Mutter bewerkstelligen will: „Meine Familie steht hinter mir . Meine Mutter und Schwiegermutter werden mir helfen, dass wir das privat schaffen.“

Ihre Unterstützer erklären, weshalb sie sich für die 33-Jährige entschieden haben. „Eliza hat uns von Anfang an überzeugt“, versichern Eberhard Ernsting (Pro Coesfeld), Klaus Schneider (Aktiv für Coesfeld) Thomas Schneider (SPD Orstverein Coesfeld) und Norbert Vogelpohl (Die Grünen Ortsverein Coesfeld). Die vier Vollblutpolitiker weisen aber gleichzeitig darauf hin, dass es nur eine gemeinsame Bürgermeisterkandidaten gibt. „Der Wahlkampf um die Stimmen im Coesfelder Rat bleibt davon uneingenommen“, kündigen alle vier einen heißen Wahlkampf untereinander an. | www.elizadiekmann.com