Das Verbreitungsgebiet

Neue Visitenkarte

„Wir haben die Weichen optimal gestellt“ – der stellvertretende Bürgermeister Gerrit Tranel fand beim Spatenstich für den Coesfelder Bahnhof ein passendes Bild.

Schippen schon mal Probe: Die Gäste rund um Ministerin Ina Scharrenbach (4. v. l.) beim Baustart des Bahnhofsgebäudes.

Das alte Gebäude ist Geschichte, jetzt stehen die Zeichen auf Neubau. Innerhalb von zwei Jahren soll die neue Schnittstelle zwischen Verkehrsknotenpunkt und Stadt entstehen. Tranel bettete den Neubau in ein Gesamtkonzept ein. „Die Bahnanlage und die Technik sind schon längst moderner Standard“, betonte er. Mit Busspur, Parkplätzen und der Ansiedelung von Handwerk und Dienstleistern sei Coesfeld rund um den Bahnhof schon ein gutes Stück voran gekommen. Nur das Gebäude selbst, das habe nicht den besten Eindruck hinterlassen. Und das Bahnhofsgebäude sei wichtig für den ersten Eindruck.

Künftig, so Gerrit Tranel, finden sich im Bahnhofsgebäude neben einem Reisezentrum auch Gastronomie und Dienstleister. Ein neues Fahrradparkhaus bietet Schutz und das Umsteigen auf weitere Verkehrsmittel geht bequemer von statten. Tranel erinnerte auch die Diskussion und die Trauer um das „Türmchen“, bekräftige aber auch, dass es gut sei, dass nun etwas Neues entstehe.

Dem pflichtete Ministerin Ina Scharrenbach bei, die trotz politischer Unwetterlage in das Münsterland gereist war. „Abbruch heißt immer auch Aufbrauch“, so die Ministerin für Heimat, Kommunales und Bau des Landes NRW. Der Grundstein für die Entwicklung sei schon vor Jahren gelegt worden. Das Bahnhofsgebäude sei die Visitenkarte jeder Stadt, „und in Coesfeld wird das eine sehr freundliche werden“.

Henk Brockmeyer, Geschäftsführer der BahnflächenEntwicklungsGesellschaft NRW (BEG) kennzeichnete das neue Gebäude als „missing link zwischen Mobilität und Städtebau“. Politik, Architekten und Investoren hätten Hand in Hand gearbeitet.

„Ein Spatenstich gegen den Wind ist immer spannend“, nahm dann Architekt Johannes Evers die Wetterlage auf die Schippe. Spannend sei auch die Frage gewesen, wie so ein Quartier funktionieren kann. „Wir wollten einen Ort schaffen, der für die verschiedensten Nutzer attraktiv ist und durch Wohnnutzung ergänzt wird. Mit Wolfgang Hoffschlag und Heinrich Temmink fanden sich zwei Investoren, die dem Projekt den Weg ebneten. Das Ziel, viele unterschiedliche Nutzungen zu ermöglichen, sei erreicht worden. Oder, wie Thomas Backes es in einem Treffen formuliert hatte: „Wir haben nur diesen einen Schuss, der muss sitzen.“