Das Verbreitungsgebiet

Das Syrien des Herzens

Maher Seger mag so gar nicht in das Klischee passen, das Einige von den syrischen Mitbürgern haben. Er will gemeinsam mit Landsleuten am 16. November (Samstag) von seinem Land erzählen.

Hoffen auf gute Gespräche (v.l.): Dr. Dörthe Schilken, Maher Seger, Gunda Mühlenfeld-Anders.

Maher Seger spricht perfekt deutsch, studiert BWL in Münster und hat ein Anliegen – er möchte von dem Syrien erzählen, das nicht durch Krieg in Schutt und Asche liegt. „Wenn ich erzähle, dass ich aus Syrien bin, werde ich immer zuerst nach dem Krieg gefragt“, bedauert er. Dabei gäbe es sehr viel mehr von der Kultur und aus dem Alltag in dem Land zu erzählen. „Von den Hochzeiten, wie wir Urlaub machen oder von unserem Essen“, nennt er Beispiele. Und Dr. Dörthe Schiken von der ÖFID, die gemeinsam mit der VHS die Veranstaltung organisiert, ergänzt: „Was im Kopf und im Herz ist, ist ein ganz anderes Syrien als das vom Krieg zerbombte“.

Davon können sich alle Dülmener am 16. November (Samstag) von 16 bis 19 Uhr in der VHS unter dem Motto „Syrisches Mosaik“ im wahrsten Sinne des Wortes ein Bild machen. Maher Seger wird gemeinsam mit einer Freundin eine Präsentation mit Bildern aus dem Land zeigen, es wird Einblicke in private Fotos geben und natürlich dürfen auch Kostproben des Essens nicht fehlen. Abgerundet wird der Nachmittag durch Musik.

Was genau auf die Besucher zukommt, dass wissen auch Dr. Dörthe Schilken von der ÖFID und Gunda Mühlenfeld-Anders von der VHS noch nicht so genau. Und das ist auch durchaus gewollt. „Wir haben kein starres Konzept, der Nachmittag soll sich entwickeln“, betont Gunda Mühlenfeld-Anders. Wer mag, darf gerne bereits um 15.30 Uhr im Forum der Alten Sparkasse sein, um schon vor der Eröffnung mit den Syrern ins Gespräch zu kommen. „Einige meiner Freunde haben keine deutschen Freunde und kaum Kontakt“, bedauert Maher Seger, dass es bislang nicht immer gelingt, sich auszutauschen.

Und auch Dr. Dörthe Schilken von der ÖFID hofft, dass das Pilotprojekt erfolgreich wird. „Vielleicht kann das der Auftakt einer ganzen Serie sein“, betont sie. Denn auch Menschen anderer Nationalitäten hätten Interesse daran, von ihren Ländern zu berichten.