Das Verbreitungsgebiet

Blumenpracht und Wildnis

Keine hektischen Bewegungen, der beißt sonst“. Hund Mirko III. bewacht das Reich von Dauercamper Erwin Kubienski – und entpuppt sich dann aber doch als ganz freundlicher Zeitgenosse

Alles grünt und blüht - Erwins bunte Pracht hat die Hitze gut überstanden.

Viel hat sich getan, seit wir dem Original das letzte Mal einen Besuch abgestattet haben. Leider auch der Tod von Mirko II. Seit dem 1. Mai ist nun Mirko III. neuer Mitbewohner der Parzelle auf dem Campingplatz in Maria Veen, und auch sonst hat sich einiges getan.

 

„Ich hab einen 1000-Liter-Tank“, beruhigt mich Erwin erstmal direkt. Denn natürlich frage ich ihn zuerst, ob seine Blütenpracht die Hitze der vergangenen Wochen unbeschadet überlegt hat. Wir treffen uns passenderweise am ersten Regentag seit langem, und trotz üppigen Vorrats ist auch Erwin froh über die Dusche von oben. „So langsam wurde es eng“, erzählt er. Stolz ist er auf sein kleines Paradies, das er seit Jahren hegt und pflegt. Da verwundert es nicht wirklich, dass auch der WDR für seine Sendung „Duell der Dauercamper“ auf den 77-Jährigen aus Dülmen aufmerksam wurde. „Die haben mir Tipps gegeben, was ich hier noch verbessern kann“, erzählt Erwin, während er sich mit mir auf den Weg hinter den Wohnwagen macht.

Dort wächst die kon-trollierte Wildnis, die sich momentan noch im Wesentlichen aus Topinambur und Haselsträuchern zusammen setzt. „Die Zeit war noch nicht reif, eigentlich sollte alles in voller Blüte stehen“, erklärt er mir. Jetzt dominiert noch ein sattes Grün, bevor die gelben Topinambur-Blüten alles in satte Farbe hüllen werden. Rund um die Wildnis soll ein Pfad entstehen. Erste Bewohner hat das urwüchsige Areal bereits, so hat Erwin regelmäßig Besuch von zwei Eichhörnchen. Zum Sendetermin hat das Umsetzen aller Pläne nicht mehr funktioniert, so dass Erwin leider auch keine Chancen auf den Sieg hatte. Aufgeben will der Rentner aber noch lange nicht. „Natürlich bewerbe ich mich wieder“.

Dann könnte auch die kleine Eisenbahn rund um die Terrasse tuckern – das war ein weiterer Plan, den Erwin gemeinsam mit dem Fernsehteam ausgeheckt hat. Passt doch, ist das Basteln seine zweite große Leidenschaft. Was andere wegwerfen, repariert Erwin. So hat er seine Terrasse – auch die ist für die Sendung entstanden – mit einem riesigen Sonnenschirm versehen, den er aus dem Sperrmüll gefischt hat. „Ich brauche einfach mehr Zeit“, schmunzelt Erwin dann auch, als er mir Lok und Anhänger der Eisenbahn zeigt.

Zu viel gibt es zu tun, stand doch jetzt die Sommerblumenpracht an den Fenstern im Vordergrund. Erwin ist stolz auf seine Oase im Grünen. Nur eines, das liegt ihm am Herzen. „Schöner wäre es, wenn ich eine Partnerin hätte, mit der ich alles zu zweit genießen könnte.“ Was seine Traumfrau mitbringen muss? Logisch – naturverbunden und tierlieb sollte sie sein. Denn dann dürfte auch Haushund Mirko III. keine Einwände gegen ein neues Gesicht auf dem Campingplatz haben.