Das Verbreitungsgebiet

Einfach mal angehen

Mädchen sind in technischen Berufen immer noch in der Minderheit. Dass sich das ändert, ist ein Schritt auf dem Weg gegen den Fachkräftemangel. Mit dazu beitragen soll die Initiative „Zukunft durch Innovation“ (ZdI).

3D-Druck ist eines der Zukunftsthemen in der Wirtschaft. Eine Schülergruppe in Lüdinghausen konnte sich unter fachlicher Anleitung damit auseinandersetzen.

Im Idealfall wird das Interesse für die so genannten „MINT“-Fächer bereits im Kindergarten geweckt. Diese können sich als „Haus der kleinen Forscher“ zertifizieren lassen und bringen Naturwissenschaft und Technik spielerisch näher. Ist der Grundstein gelegt, ist es für Schule und Betriebe aber oft keine leichte Aufgabe, das Interesse zu erhalten. Das liegt zum einen am immer noch klassischen Rollenbild in den Köpfen.

„Elternarbeit ist en wichtiges Thema, eigentlich muss es nicht nur in den Köpfen der Kinder Klick machen“, weiß Janina Neukirch, die ZdI-Koordinatorin für den Kreis Coesfeld. Für dieses „Klick“ sollen gemeinsame Projekte von Schule und Unternehmen sorgen, die weit über die üblichen Maßnahmen wie Berufsfelderkundung oder Praktika hinausgehen.

„Am St.-Antonius-Gymnasium hat eine Informatik-AG am 3D-Drucker Boote entworfen und gebaut“, so Janina Neukirch. Möglich gemacht hatte das die Ruhrsource GmbH, die den Workshop betreut hat. Dass solche Kooperationen für beide Seiten mit Aufwand verbunden sind, erfordert im Vorfeld enge Absprachen – und oft auch Vermittlung. „Wichtig ist, dass jemand Ideen mitbringt und man das einfach mal angeht“,so Janina Neukirch, die als Koordinatorin häufig genau an dieser Stelle ins Spiel kommt. So entstehen im Idealfall langfristige Partnerschaften, Unterrichtseinheiten oder Möglichkeiten für die Lehrer, sich vor Ort über einen Betrieb zu informieren.

Die Betriebe haben die Möglichkeit, interessierte Schüler früh an sich zu binden und bleiben damit vielleicht auch viel später noch im Hinterkopf, wenn diese Schüler eine Entscheidung über ihre berufliche Laufbahn treffen müssen. Alle Probleme lösen diese Konzepte natürlich nicht. „Die große Frage bei den Betrieben ist oft, was passiert zwischen Schule und Abschluss des Studiums?“, weiß Janina Neukirch.

Patentlösungen gibt es hier nicht, wohl aber die Hoffnung, dass viele Absolventen als Heimat für die eigene Familie das Münsterland zu schätzen wissen. Neben dem praktischen Nutzen für die Betriebe hat der enge Kontakt zwischen Unternehmen und Schule aber noch eine weitere positive Komponente.

Einige Schüler, die sich in der Theorie schwer tun, entdecken beim Einsatz im Betrieb ganz neue Stärken und gewinnen Selbstvertrauen durch die praktische Arbeit. So gibt es grundsätzlich die Möglichkeit, in Klasse 9 ein Langzeitpraktikum in einem Betrieb zu absolvieren. Die Jugendlichen gehen einen Tag pro Woche in den Betrieb statt in die Schule. „Das gibt es grundsätzlich für alle Schulformen, wird aber meist genutzt, um gefährdete Schüler doch noch zu einem Abschluss zu verhelfen“, erläutert Janina Neukirch.

Wichtig, so betont sie, sei es nun, das Programm ZdI im gesamten Kreisgebiet noch bekannter zu machen. So soll am 4. Juni von 14 bis 17 Uhr in Lüdinghausen ein MINT-Tag für Erzieher, Grundschullehrer und Lehrer der Sekundarstufen I und II stattfinden.