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Weniger verunglückte Kinder

Der Kreis Coesfeld steht bei der Verkehrsunfallentwicklung 2018 im Vergleich zu seinen Nachbarkreisen und im landesweiten Vergleich gut da. Trotzdem gibt es auch hier Statistiken, die trotz großer Anstrengungen seitens der Kreispolizei besorgniserregend sind.

Präsentierten die Verkehrsunfallentwicklung und den Jahresbericht 2018 der Kreispolizeibehörde Cosefeld v.l.: Thomas Funke (Direktionsleiter Gefahrenabwehr/Einsatz), Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr und Dietmar Griefnow (Direktionsleiter Verkehr).

Die Kreispolizei Coesfeld wurde im vergangenen Jahr zu 5719 Verkehrsunfällen gerufen. Das ist der höchste Stand seit 2009. Mit elf Todesfällen sei die Zahl im Vergleich zu 2017 konstant geblieben, „aber jeder Todesfall ist ein Fall zu viel“, unterstrich Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr. Besonders tragisch dabei sei ein tödlich verletztes zwei Jahre junges Kleinkind gewesen, das in einem verunglückten PKW saß, waren sich der Landrat, Thomas Funke (Direktionsleiter Gefahrenabwehr/Einsatz) und Dietmar Griefnow (Direktionsleiter Verkehr) einig. Mit 60 verletzten Kindern (unter 15 Jahren) wurde ein Tiefstand im Zehn-Jahres-Vergleich festgestellt.

„Wir versuchen, mit unseren Verkehrsunfallpräventionsmaßnahmen bei Kindern wie „Toter Winkel“, „Sicherheit durch Sichtbarkeit“ und dem Radfahrtraining die Zahl noch weiter nach unten zu drücken“, betonte Dietmar Griefnow. Allerdings gab es einen Anstieg bei den schwerletzten Verkehrsteilnehmern. Mit 241 Personen war es die zweithöchste Zahl im Zehn-Jahres-Zeitraum. Ebenfalls angestiegen seien die verunglückten Motorradfahrenden. „Mit 76 ist das die höchste Zahl seit 2009“, stellte Griefnow fest. Ob der Anstieg mit dem langanhaltenden Sommer und den hohen Temperaturen zusammenhinge, wollte der Direktionsleiter Verkehr nicht bestätigen. „Das sind alles Vermutungen und keine belastbaren Beweise. Wir als Polizisten beschäftigen uns nur mit den nackten Zahlen“, so Griefnow weiter. Die Anzahl der verunglückten Radfahrenden mit 288 ist im Vergleich zu den Jahren 2016 und 2017 zwar relativ konstant geblieben, „aber wir haben mehr Schwerverletzte feststellen müssen“, führte der Erste Polizeihauptkommissar weiter aus. Dabei betrug der Anteil verunglückter Pedelec fahrender rund 24 Prozent. Im Vorjahr waren es „nur“ 18,9 Prozent. Griefnow: „51 Prozent der verunglückten Pedelecfahrenden waren älter als 65 Jahre.“

Gleichzeitig nahm das Interesse der Senioren an Verkehrspräventionsmaßnahmen ab. Besorgniserregend sei das Ansteigen von Verkehrsunfallfluchten. Mit 1156 derartigen Delikten habe der Kreis Coesfeld das Zehn-Jahres-Hoch erreicht. „Bei 95 Prozent der Fälle geht es hier um Sachschäden. Die Aufklärungsquote betrug unter 40 Prozent“, sah Direktionsleiter Verkehr Verbesserungspotenzial.

Stark zurückgegangen sind die Verkehrsunfälle unter Drogeneinflüssen. Um die Verkehrsunfallzahlen weiter zu drücken, sollen in diesem Jahr noch mehr Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt werden.