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Satire gegen die wahren Satiriker

Alles wollen sie, wir haben sie – die PARTEI. StadtAnzeiger-Redakteurin Alexandra Schlüter hat den frisch gewählten Kreisvorsitzenden Sebastian Arens seriös befragt.

Sie sind jung, sie sind motiviert und sie sind leider ein wenig unscharf – der Kreisverband der PARTEI hat sich kürzlich gegründet. JJetzt gilt es, möglichst zügig kommunale Spitzenposten zu besetzen.

Herr Arens, warum brauchen wir noch eine Partei im Kreis Coesfeld?

Arens: Die Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative ist nicht irgendeine Partei, sie ist Die PARTEI und sehr gut. Von daher wird sie natürlich gebraucht. Wenn es nach mir geht, darf sich aber gerne eine andere Partei dafür auflösen, für Vorschläge wäre ich offen.

Als ich im Familienkreis von der Neugründung erzählt habe, kam die Reaktion „sind die jetzt noch Satire oder nicht?“ - Gute Frage, sind sie?

Arens: Satire liegt immer im Auge des Betrachters, von daher ist es schwierig diese Frage zu beantworten. Ich persönlich glaube ja immer noch, dass die wahren Satiriker bereits im Kabinett sitzen. Anders sind so Aktionen wie von unseren CSU-Verkehrsminister Andi Scheuer, Verträge zu schließen, obwohl der wissenschaftliche Dienst des Bundestages davon abrät und so Millionen zu verbraten, nicht zu erklären. Genauso wie jemanden ohne jegliche Erfahrung zur Verteidigungsministerin zu machen, zumal sie vorher ein Ministeramt ausgeschlossen hat. Zur Krönung des ganzen dann die Vereidigung in der Sommerpause durchzuführen, damit ja alle Abgeordneten aus dem Urlaub zurück müssen, dass ist Satire.  Ich denke, es wird von der GroKo-Haram versucht die PARTEI zu kopieren, um so an die großen Erfolge anknüpfen zu können.

Gab es schon Reaktionen der anderen Parteien?

Arens: Nein. Bisher nicht. Wir haben die Splittergruppen der anderen Parteien aber auch absichtlich nicht über unser Vorhaben informiert. Sie werden die Information aus der Presse entnehmen und dann vermutlich in Schockstarre verfallen.

Haben Sie politische Vorbilder? Oder anders - eignen sich Politiker noch zum Vorbild?

Arens: Natürlich habe ich ein politisches Vorbild. So wie es sich für ein treues PARTEImitglied gehört natürlich unser GröVaZ (Größter Vorsitzender aller Zeiten [es gab bisher auch noch keinen anderen]) Martin Sonneborn. Seine Reden im Europaparlament sind in die Geschichtsbücher (zum Beispiel Herr Sonneborn geht nach Brüssel) eingegangen. Bei den Politikern der anderen Parteien kann ich mir noch abschauen, wie ich ohne Rücksicht auf andere und ohne Kompetenz ein politisches Amt erreiche.

Wenn wir jetzt mal von einem zügigen Durchmarsch bis auf Bundesebene ausgehen - was würden Sie persönlich als erstes Gesetz erlassen wollen?

Arens: Hier würde ich eine Forderung der Bundespartei durchsetzen und „Armut verbieten“.

Herr Arens, wenn es dann doch nicht so gut läuft in Berlin, würden Sie auch ein Amt als Verteidigungsminister in Erwägung ziehen?

Arens: Aktuell nicht, das ist mir zu gefährlich. Leider ist der Zustand, in dem Flinten-Uschi uns die Bundeswehr hinterlassen hat, mehr als bedenklich, so dass ich mich nicht auf den dringend benötigten funktionierenden Schleudersitz verlassen kann.