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„Wir wollen unseren Mitgliedern was bieten – dafür haben wir sie ja“. Bernhard Krümpel, Vorsitzender des Heimatvereins Rorup, findet es gar nicht schön, dass aktuell nur wenig stattfinden kann. Das Programm des Heimatvereins wurde durch Corona arg ausgedünnt.

Schon zum dritten Mal musste zum Beispiel der Kabarettabend mit „La Signora“ verschoben werde. Es war alles startklar - das Autohaus als Kulisse gebucht und die Karten verkauft. Doch dann kam ganz kurz vor dem Event der erste Lockdown. Und trotz einiger hoffnungsvoller Versuche konnte der Kabarettabend nicht nachgeholt werden. Dabei hätte der auch genau die Zielgruppe angesprochen, die der Heimatverein noch mehr in den Blick nehmen wollte – die jüngeren Semester. „Wir haben einige Kinder- und Jugendveranstaltungen geplant, vieles konnte nicht stattfinden“, bedauert auch Pressewart Günter Hörsting die Situation. Wie die Theaterveranstaltung für Kindergartenkinder im Bürgerhaus. Gut angekommen war aber die Schnitzeljagd mit Jugendlichen im August, die trotz Corona durchgeführt werden konnte. Alles fiel aber nicht ins Wasser. So konnte die beliebte Apfelpresse auf der Streuobstwiese genutzt werden. Überhaupt ist der Verein froh, dass er seit November 2020 rechtmäßiger Pächter der Streuobstwiese ist. Die Patenschaft gab es seit 1998, ganz aktuell wird dort kräftig Hand angelegt. Nachdem bereits ein Brunnen gebohrt, ein Bienenhotel errichtet und Bänke aufgestellt wurden, entsteht nun eine neue Wetterschutzhütte. Und Bernhard Krümpel bringt zum Arbeitseinsatz gleich die gute Nachricht mit, dass die Saftpresse auch im kommenden Jahr wieder in Rorup Station machen wird. Überhaupt war der Heimatverein trotz des Lockdowns nicht untätig – gemeinsam mit rorup.net wurden viele Sitzgruppen oder einzelne Bänke gestrichen, der Heimatverein selbst hat die Weitsichtkanzel in Stand gebracht. Und endlich war auch mal ein wenig Zeit für die nötige Archivarbeit, um der nächsten Generation geordnete Aufzeichnungen zu hinterlassen. „Ich hab da sehr viele Stunden investiert“, so Bernhard Krümpel. Eine schöne Tradition konnte der Verein aber immerhin fortführen, wenn auch unter erschwerten Bedingungen. „So lange der Verein besteht, gehen wir zu den Geburtstagen unserer älteren Mitbürger“, so Bernhard Krümpel. Das ging zwar in den letzten Monaten nur vor der Haustüre, trotzdem haben sich die Jubilare immer sehr über die kleine Abordnung des Vereins gefreut. „20 Geburtstage ab 80 Jahre konnten wir so ein bisschen mitfeiern“, freut sich Bernhard Krümpel. Mitgliederversammlung, Theateraufführung, die beliebten Radtouren – wann das alles wieder geht, steht noch nicht fest. „Das Schlimme ist ja, dass man nichts planen kann“, so der zweite Vorsitzende Michael Wermeling. Die Theatergruppe ist hier ein gutes Beispiel, denn schließlich stehen umfangreiche Proben an, bevor überhaupt aufgeführt werden kann. Besonders bitter für den Verein – das Bürgerhaus wird derzeit kaum genutzt. Für die Roruper ist damit eine wichtige Einnahmequelle versiegt, denn schließlich war seinerzeit beschlossen worden, dass das Bürgerhaus sich selbst tragen muss. Und das geht nun mal eben nur durch Veranstaltungen und Vermietungen. „Wir hatten jetzt 14 Monate keine Einnahmen. Da ist jetzt ein ganz schön dickes Loch in der Kasse“, nennt Bernhard Krümpel das Problem beim Namen. Optimistisch sind aber alle Vorstandsvertreter, dass zumindest die traditionellen Mittwochstouren ab August wieder starten können. „Das werden wir dann ganz kurzfristig organisieren“, verspricht Michael Wermeling.