Das Verbreitungsgebiet

"Wir brauchen Unterstützung"

Mitglieder des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) sind auf vielfältige Weise für die

Menschen im Kreis Coesfeld im Einsatz – ehrenamtlich. Um diesen Aufgaben gerecht zu werden, benötigt das DRK Geld. Der Kreisverband wirbt daher regelmäßig um Fördermitglieder. Warum fördernde Mitglieder ebenso wie aktive Mitglieder einen wesentlichen Anteil an der Arbeit des DRK haben und welche Herausforderungen durch Corona auf die Mitgliederwerbung zugekommen sind, erklärt Christoph Schlütermann, Vorstand des Kreisverbandes, im Interview.

Warum sollte man Mitglied des DRK werden? Christoph Schlütermann: Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) ist ein Mitgliederverband, wir brauchen Unterstützung aus der Bevölkerung, um unsere vielfältigen Aufgaben erledigen zu können. Dabei besteht diese Unterstützung aus zwei Säulen: Einerseits gibt es die Ehrenamtlichen, von denen wir etwa 1000 im Kreis Coesfeld haben. Diese Aktiven spenden Zeit, unterstützen uns zum Beispiel bei der Blutspende oder im Testzentrum. Andere unterstützen uns als Fördermitglied durch einen finanziellen Beitrag. Dieses ist für unsere Planung sehr wichtig, denn Fahrzeuge und unsere Ausstattung kosten sehr viel Geld. Wie werben Sie derzeit nach neuen Mitgliedern? Schlütermann: Wir haben einen festangestellten Mitarbeiter, Herrn Robert Arlt, der für uns von Haus zu Haus läuft, alle Städte und Gemeinden im Kreis der Reihe nach – derzeit in Billerbeck. Er arbeitet nicht auf Provisionsbasis und wirbt kein Bargeld ein, anders als eine „Drückerkolonne“. Es ist eine sehr seriöse Angelegenheit. Seine Fördermitgliedschaft kann man auch jederzeit wieder stornieren. Wie viele Mitglieder haben Sie derzeit im Kreis Coesfeld? Schlütermann: Aktuell sind es neben den erwähnten 1000 aktiven rund 9000 Fördermitglieder. Dazu arbeiten beim DRK im Kreis Coesfeld über 1200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hauptamtlich. Das ist eine enorme Zahl, das sind etwa knapp vier Prozent der Bevölkerung. Allerdings verlieren wir jährlich etwa fünf Prozent unserer Mitglieder durch die demografische Entwicklung wie Wegzug oder Tod. Die Beiträge der Fördermitglieder haben sich in den vergangenen 20 Jahren halbiert. Ist es schwer, Fördermitglieder zu gewinnen? Schlütermann: Es ist nicht leicht heutzutage, ehrenamtliche Kräfte zu gewinnen. Allerdings wollen viele Menschen helfen und sich einbringen und sich von Profis beraten lassen. Es gibt eine enorme Spendenbereitschaft. Auch durch unsere engagierte Jugendarbeit bringen wir dem Nachwuchs schon früh bei, dass es wichtig ist, sich für andere einzusetzen. Welche Herausforderungen sind durch Corona bei der Mitgliederwerbung neu hinzugekommen? Schlütermann: Die Haustürwerbung ist in der Tat schwerer geworden. Es gibt strengere Hygienemaßnahmen, einige Monate konnten wir gar nicht werben; unseren Mitarbeiter hatten wir zwischenzeitlich im Impfzentrum eingesetzt. Dafür gibt es aber eine extra konzipierte Homepage unter www.drk.de/jetzt-mitgliedwerden. Wo ist das DRK im Kreis Coesfeld überall im Einsatz? Schlütermann: Wir stellen immer wieder fest, dass die Reputation des DRK enorm ist. Wir sind ständig in den Medien präsent: Es ist zu sehen, dass wir beim Hochwasser unterstützen, Test- und Impfzentren betreiben, in der Flüchtlingshilfe aktiv sind, es DRK-Kitas, Seniorentanz und vieles mehr gibt. Wir sind in nahezu allen Bereichen präsent. Die Menschen erkennen unsere Arbeit an und sehen: Ohne das DRK würde so manches nicht zu stemmen sein. Wir sind ein wichtiger Grundbaustein der Daseinsvorsorge im Kreis Coesfeld. Aber um diese wichtige Aufgabe leisten zu können, brauchen wir einfach die Unterstützung der Bevölkerung. www.drk-coe.de