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KOMMENTAR - Gleichberechtigung light

 

Laut Statistischem Bundesamt kommen auf ein Adoptivkind sieben mögliche Adoptiveltern. 2011 wurden 4.060 Kinder adoptiert. Ein Wettbewerb, in den sich bitte schön nicht auch noch weitere potentielle Elternpaare einmischen sollen.

Erst recht nicht, wenn diese Elternpaare nicht aus der klassischen Mann-Frau-Konstellation bestehen, sondern es sich um homosexuelle Paare handelt. Heiraten ja, finanzielle Gleichstellung wenn es denn unbedingt sein muss und vom Verfassungsgericht angeordnet wird. Aber jetzt auch noch Kinder adoptieren? Bitte nein! So zumindest der Tenor im konservativen Parteienspektrum im Jahr der Bundestagswahl. Es gilt, die letzte Bresche des vermeintlich sittlichen Korrekten zu verteidigen und den Nachwuchs vor den Einflüssen einer solchen Familenkonstellation zu schützen. Damit begeben sich die Konservativen auf dünnes Eis, denn auch in diesem Punkt wird wohl das Bundesverfassungsgericht die Regierung auffordern, das Adoptionsrecht zu modernisieren. Fakt ist, dass jedes Paar vor einer Adoption gründlich geprüft wird. Heterosexuelle würde das ebenso betreffen wie Homosexuelle. Die Eignung ist nachzuweisen, eine lange Phase des Bangens zu bestehen und letztlich wird für das Kindeswohl entschieden. Welches Geschlecht das liebevolle neue Elternhaus hat, interessiert am allerwenigsten die Kinder selbst. Geborgenheit, Verantwortungsbewusstsein und pädagogisches Geschick ist sicherlich keine Frage der sexuellen Orientierung. Und darauf sollte es ankommen. Wird gleichgeschlechtlichen Paaren dieses Recht verwehrt, dürfen wir uns höchstens mit einer Gleichberechtigung light brüsten.