Das Verbreitungsgebiet

Wenn der Urlaub bei der Abfahrt anfängt

Es war schon verdammt früh. Die Straßen waren noch leer und bis auf den Busfahrer waren alle noch ein bisschen müde. Wie gut, dass sich die Fahrgäste auf der StadtAnzeiger-Leserreise nach Norderney entspannt zurücklehnen und darauf vertrauen konnten, dass Horst Dönnebrink seinen modernen Fernreisebus sicher zum Fähranleger nach Norddeich lenken würde.

Von der Fähre in den Bus. Entspannt und gut erholt traten die Teilnehmer der Leserreise die Rückfahrt an. Foto: ba

Kreis. Die Teilnehmer der Leserreise machten es sich gemütlich, betrieben Augenpflege, hörten Musik, lauschten einem Hörbuch oder unterhielten sich leise, um die anderen Reisenden nicht zu stören. Was sie nicht wussten, welche unglaubliche Logistik hinter so einer Reise steht. Fünf Reisebusse von Hoge Reisen aus Ahaus waren in der Morgendämmerung aufgebrochen. Schnurstracks ging es über die A31 der Nordsee entgegen. Pünktlich setzte Horst Dönnebrink seine Fahrgäste am Fähranleger ab, wo sie ohne Wartezeit an Bord gehen konnten. Während sich der Fahrer um seinen Bus kümmerte, genossen die Reisenden die Überfahrt zur Insel Norderney. Vorbei an der Sandbank, auf der sich einige Seehunde tummelten, tauchte bald die Inselsilhouette am Horizont auf.

Nach dem Aussteigen wurden die Teilnehmer bereits erwartet und mit bereitgestellten Bussen in die Stadt gebracht. Dort zerstreuten sie sich in alle Himmelsrichtungen. Jeder gestaltete sich seinen persönlichen Norderney-Urlaubstag. Einige, die zum letzten Mal in ihrer Kindheit auf der Insel gewesen waren, erkundeten die Stadt mit großer Neugier, wollten wissen, wie sich alles verändert hat. Einige nutzten den Tag zu ausgedehnten Spaziergängen am Strand, andere mieteten sich Räder und eroberten die ganze Insel über das gut ausgebaute Radwegenetz. Ein Besuch der weißen Düne mit dem langen Sandstrand durfte nicht fehlen. Mit dem Rad ist dieser beliebte Ausflugspunkt schnell erreicht.

Unvergesslich die Fahrt durch die abwechslungsreiche Dünenlandschaft, durch den Naturpark Barkenpad, um am Ende vor dem 54 Meter hohen Leuchtturm zu stehen. Ehrensache, die 254 Stufen hinaufzuklettern und einen grandiosen Blick über das Inselparadies zu genießen, die Wattwanderer zu beobachten oder den Flugzeugen auf dem Inselflugplatz beim Start und der Landung zuzusehen. Ein Blick hinüber zum Festland, das zum Greifen nahe liegt. Diese sportlichen Anstrengungen machen genauso hungrig wie ein Bad in der Nordsee bei 20 Grad Wassertemperatur. Für diese Genüsse hat die Insel eine abwechslungsreiche Küche zu bieten. Und wo bekommen Gäste sonst die Gelegenheit, fangfrischen Fisch aus dem Meer zu genießen, als auf einer Insel.

Zwar verabschiedete sich die Sonne nach der Mittagspause hinter einer geschlossenen Wolkendecke, doch es blieb trocken und viele nutzten nun die Zeit für einen ausgedehnten Stadtbummel, eine Genusspause bei belgischen Waffeln mit Erdbeeren oder Eis und heißen Kirschen. Leider ist es wie im wirklichen Leben, die schönste Zeit geht immer viel zu schnell vorbei und es hieß Abschied nehmen. Ohne Stress ging es von der Stadt zum Anleger, auf die nächste Fähre und zum Festland, wo die fünf Hoge-Reisebusse auf ihre Fahrgäste warteten. Horst Dönnebrink startete frisch und ausgeruht seinen Bus und brachte seine Gäste sicher an den Heimatort zurück. Mit ein bisschen Sand in den Schuhen und Wehmut im Herzen.