Das Verbreitungsgebiet

Erstkontakt über Canabis

Cannabis hat Alkohol als

Grund für einen Erstkontakt

bei der Sucht und Drogenberatung der

AWO abgelöst. Das ist eines der Ergebnisse des

Jahresberichtes für den Kreis Coesfeld.

Das liegt vor allem an dem Erfolg des Programms FreD, das seit 2010 angeboten wird. „Frühintervention bei Erstauffälligen Drogenkonsumenten“ verbirgt sich hinter der Abkürzung. Jugendliche und junge Erwachsene von 14 bis 21 Jahren nehmen daran auf Weisung des Gerichts oder Jugendgerichtshilfe teil. Freiwillig ist der Kurs also nicht, umso stolzer ist Mitarbeiterin Lioba Krüger-Rosenke, dass 35 der 36 Teilnehmer in sechs Kursen 2017 das Programm weiterempfehlen würden. Einige kämen sogar weiter in die Beratung, andere hätten durch den Kurs bereits ihre Probleme überwunden. Prävention bevor eine Sucht chronisch wird, das ist auch für Ulrich Flasche, den Leiter der Beratungsstelle, ein wesentliches Element der Arbeit. Daneben aber auch die Netzwerkarbeit, die im vergangenen Jahr gut besuchte Fachabende mit Vertretern verschiedener Fachrichtungen zur Folge hatte. Die Sucht- und Drogenberatungsstelle lebt von dem Vertrauen, dass nicht nur die Klienten, sondern auch die Zuweiser – zum Beispiel niedergelassene Ärzte – der Institution entgegen bringen. Alkohol ist dabei immer noch ein großes Thema bei den meist männlichen Klienten. Auffällig sei, so Ulrich Flasche, dass fast die Hälfte der betreuten Personen 34 Jahre oder jünger sind. Blicktmanauf die regionale Verteilung, kommen die meisten aus Dülmen oder Coesfeld, aber einige wenige auch aus den Nachbarkreisen. Das liege vor allem daran, dass es in Dülmen noch Ärzte gebe, die substitutieren (früher Methadon-Programm genannt). Die Beratungsstelle biete im Bereich Substitution neben ärztlicher Betreuung auch die Begleitung durch einen Sozialarbeiter, betont Carla Dickmann, Mitarbeiterin der zuständigen Fachstelle. Kurze Wege und direkte Ansprechpartner seien wichtig, um die Menschen nicht unterwegs wieder zu verlieren. Die meist männlichen Klienten in der Substitution würden zunehmend älter, was auch zu einer Änderung des Unterstützungsbedarfs führe. Die AWO bietet auch Beratung und Treffen für Angehörige und Eltern an, umdas soziale Umfeld einzubeziehen. Mit den aktuellen Zahlen, so machte Harry Junghans, Geschäftsführer des AWO-Unterbezirks Münsterland- Recklinghausen deutlich, sei die Beratungsstelle allerdings personell und zeitlich gut ausgelastet.