Das Verbreitungsgebiet

Immer hinter'm Vogel her

Vögel beobachten ist ein Hobby. Möglichst

viele Vogelarten beobachten ist ein Wettbewerb. An diesem „Birdrace“

möchte Lucas Jasper für den Kreis Coesfeld

teilnehmen. Mitstreiter werden noch gesucht.

KREIS COESFELD. Die Fischteiche in Hausdülmen sind eines der Reviere, in denen Lucas Jasper heimische Vögel beobachtet. Der Dülmener ist begeisterter Avifaunist und hat ein großes Ziel. Am ersten Samstag im Mai (7. Mai) möchte er von 0 Uhr bis 24 Uhr am Birdrace teilnehmen.

Bundesweit machen sich Vogelbeobachter auf, um in ihrem Kreis die meisten Arten zu finden. Für den Kreis Coesfeld wäre es eine Premiere. „Das Rennen geht einmal quer durch den ganzen Kreis“, beschreibt Jasper. Per Auto, Fahrrad oder auch zu Fuß und mit dem Fernglas bewaffnet versuchen die Teilnehmer, möglichst viele Vogelarten zu finden.

Diese werden auf einer Liste abgehakt, wer am Ende die schärfsten Augen hat, gewinnt. Dabei spielt natürlich auch der Wohnort eine entscheidende Rolle. „Meistens liegen norddeutsche Teams vorne“, so Jasper. Klar, mit dem Wattenmeer vor der Tür bietet sich dort natürlich eine ganz andere Artenvielfalt als hier im Münsterland. So haben die Siegerteams in der Regel 150 bis 200 Arten auf ihrer Liste. Zahlen, von denen die Avifaunisten hier in der Region nur träumen können. Für den 24-Jährigen geht es dabei in erster Linie sowieso um den Spaß und die Ehre. Und natürlich darum, vielleicht doch mal eine der erhofften seltenen Arten aufzuspüren.

„Ein Braunsichler wäre prima, der wurde hier seit mehr als 40 Jahren nicht mehr gesehen“, so Jasper. Mit der Vogelbeobachtung hat er nach dem Realschulabschluss begonnen, als ein freiwilliges ökologisches Jahr ihn zu den Rieselfeldern nach Münster geführt hat. Seine aufregendste Sichtung bislang fand an den Fischteichen statt.

Im Dezember 2015 war Lucas Jasper zur richtigen Zeit am richtigen Ort, als just ein Seeadler sich in Hausdülmen blicken ließ. Solche Momente erhofft er sich auch beim Birdrace, für das er noch Mitstreiter sucht. „Ein Team umfasst drei bis sechs Leute“, so Jasper. Was im Kreis Coesfeld noch neu ist, ist zum Beispiel für den Nachbarkreis Borken schon gute Tradition. „In Borken, aber auch in Münster gibt es sehr aktive Truppen“.

Das Team geht gemeinsam auf die Suche. Geschummelt wird dabei aber nicht. „Es gibt einen Ehrenkodex, abgehakt wird auch nur, was man wirklich gesehen hat“, betont er. Wer mitmachen möchte, kann sich unter www.ddaweb. de beim Bund der deutschen Avifaunisten informieren oder sich via Facebook direkt an Lucas Jasper werden.