Das Verbreitungsgebiet

Zehn Minuten Todesangst

Nur kurz ein paar Besorgungen machen. Nur schnell mal in den Laden. Und der Hund bleibt im Auto. Was sich nach einer bequemen Lösung anhört, ist für den Vierbeiner zumindest qualvoll, schlimmstenfalls sogar tödlich.

Ein Tier darf bei Hitze niemals allein im Auto gelassen werden. Nur zehn Minuten können im schlimmsten Fall tödlich enden. Foto: pixelio/Havleny

Kreis. Das Argument „es waren doch nur ein paar Minuten“ zählt nicht. Statistiken zeigen, dass sich in nur zehn Minuten die Innentemperatur im Wagen im Gegensatz zur Außentemperatur um rund zehn Grad aufheizen kann. Dies bedeutet: Zeigt das Thermometer 29 Grad, hat das Tier im Auto mit knapp 40 Grad zu kämpfen. Nach 30 Minuten kommen in etwas nochmal zehn Grad drauf. Da reicht es auch nicht aus, die Fenster leicht zu öffnen, durch den schmalen Schlitz ist keine Abkühlung zu erwarten. 

Daraus folgt, dass schon ab 20 Grad Außentemperatur die Tiere im Auto akuter Todesgefahr ausgesetzt sind. Und selbst wenn es nicht zum Schlimmsten kommt, so fällt der Zustand im Auto schlicht unter Tierquälerei. Dazu muss man wissen, dass Hunde und auch Katzen nicht schwitzen, sondern ihren Wärmehaushalt über Hecheln regulieren. Wasser wird so verdunstet, das Tier muss ausreichend trinken, um nicht zu verdursten. Fehlt dieser Wasserausgleich, kämpfen die Tiere im heißen Auto einen ausichtslosen Kampf. Ab 40 Grad Körpertemperatur schlägt die Hitze extrem auf den Kreislauf der Tiere, ab 43 Grad sorgt die Gerinnung des Körpereiweißes dazu, dass die Tiere sterben.

Was aber tun, wenn man beim Spaziergang oder Einkaufen auf ein Auto trifft, in dem ein Tier in der Hitze zurückgelassen wurde? Wichtig ist es, zunächst die Polizei zu verständigen. Bei einem Tier, dass einen Hitzschlag erlitten hat oder zu erleiden droht, handelt es sich um einen medizinischen Notfall. Befreien Sie das Tier aus seiner Lage und bringen Sie es möglichst umgehend an einen schattigeren Ort. Ist das Tier noch bei Bewusstsein, sorgen Sie für Wasser und kühlen Sie es.

Die gleichen Maßnahmen greifen im Übrigen auch, wenn trotz ausreichender Vorsichtsmaßnahmen, genügend Wasserstellen zum Beispiel die Katze zu Hause einen Hitzschlag erlitten hat. Wirkt die Katze unruhig, läuft sie hin und her kann das ein Anzeichen für einen Hitzschlag sein. Die Katzen hecheln dann häufig, Herzschlag und Temperatur sind erhöht. Schlimmstenfalls werden die Katzen bewusstlos. Ein Hitzschlag kann tödlich sein, wird er nicht behandelt. Es wird daher dringend dazu geraten, im Zweifel die Katze in den Schatten zu bringen, ihren Körper mit kühlen oder nassen Tüchern abzureiben und natürlich für ausreichend Flüssigkeit zu sorgen. Wenn die Katze allerdings schon bewusstlos ist, muss in jedem Fall der Tierarzt aufgesucht werden, um entsprechende kreislauffördernde Mittel und Infusionen zu verabreichen.

Der rechtliche Aspekt:

Natürlich ist es eine Straftat, die Scheibe eines fremden Autos einzuschlagen. Es kann aber nötig sein, um das Leben des Tieres zu retten. Es gibt Möglichkeiten, sich im Vorfeld bestmöglich abzusichern. Dazu zählt, zunächst die Polizei zu verständigen. Ferner sollte man den Vorgang per Handyfoto dokumentieren, Zeugen suchen und deren Namen und Anschrift notieren. Ist es nötig, die Scheibe einzuschlagen, muss der Schaden so gering wie möglich gehalten werden. Das heißt, Beschädigungen an den Seitenscheiben wiegen nicht so schwer wie an der Heck- oder Frontscheibe. 

Aber auch der Tierhalter muss mit Konsequenzen rechnen. Seine Fahrlässigkeit ist ein Straftatbestand, der gegen das Tierschutzgesetz verstößt.