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Hohe und weite Ziele

Der 11. September 2016 steht ganz dick und rot in Mathias Mesters Kalender. Dann wird der kleinwüchsige Behindertensportler aus Coesfeld nämlich bei den Paralympics in Rio de Janeiro antreten. Im Training tut er alles für seinen Traumvom Gold – 45 Meter sind seine angepeilteWeite mit dem Speer.

COESFELD. In Köln hat sich Mathias Mester inzwischen seinen Lebens- und Trainingsmittelpunkt aufgebaut. „Ich habe einiges umgekrempelt“, betont er. In Köln arbeitet er mit einem Coach für Athletik (gleichzeitig Personal Coach), einem Coach für die Technik, einem Physiotherapeuten und seinem Arzt Jan Vonhoegen zusammen. Ganz in der Nähe seines Trainingsstandortes Sportpark Müngersdorf arbeitet er auch als Bürosachbearbeiter im öffentlichen Dienst beim Bundesverwaltungsamt.

So hat er alles unter einem Hut und kann sich voll auf sein Training konzentrieren. „Gold ist nur möglichmit Weltrekord“, blickt Mathias Mester auf Rio. Undder liegt in seiner Wettkampfklasse bei 43,60 Metern. Mesters persönlicher Rekord sind 41,67 Meter. Sein ausgerufenes Ziel von 45 Metern klingt da fast wie ein Quantensprung. „45 ist schon sehr weit, aber man muss Ziele haben. Ich bin mir sicher, dass ichdasam11. September abrufen kann“, sagt „Matze“ überzeugt. Deshalb wird im Moment vor allem an der Technik und dem Anlauf gearbeitet. „Im Winter wird gesät, im Sommer wird geerntet“, sagt Mester. Das intensive Technik- und Fitnesstraining soll dann Früchte tragen. Derzeit wird jedoch nicht geworfen, an den Speer geht es erst wieder Ende Februar. „Dann habe ich den Kopf frei und freue mich riesig, endlich wieder den Speer in die Hand zu nehmen.“

Im vergangenen Juni wurde Matze Mester am Knie operiert – der Außenmeniskus war gerissen und wurde teilentfernt. Die Folge einer Überlastung. Der 1,425 Meter große Sportler habe daraus aber gelernt. „Letztes Jahr habe ich 5er-Serien Kniebeugen mit 150 Kilo Gewicht gemacht. Irgendwann ist dann die Frage, ob das nötig ist.“ Deshalb trainiert Mester nun mit weniger Gewicht und anderen Übungen, dafür aber genauso intensiv. Sein zweiter Lebensmittelpunkt ist weiter der 1. FC Kaiserslautern, dort verlängerte er bis zum 31. Dezember 2016. „Die Rahmenbedingungen beim FCK und beim Landessportbund Rheinland-Pfalz sind einfach ideal, um mich voll auf Rio zu konzentrieren“, freut sich Mathias Mester auf das Jahr 2016.