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Königin auf dem Bücherstapel

Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei… davon kann auch der noch regierende König der Allgemeinen Schützengesellschaft Legden ein Liedchen singen. Matthias Herbers und seine Königin Martina Revers blicken auf ein ereignisreiches Jahr zurück.

Noch ein letztes mal einhaken: König Matthias Herbers und Königin Martina Revers genießen noch bis Sonntag ihre Regentschaft - hier im heimischen Strandkorb. Foto: bit

Legden. Das Jahr von Matthias Herbers war gepflastert von königlichen Verpflichtungen. Da war zum Beispiel das Baumpflanzen in der Steinkuhle, dem Ort des Geschehens auch beim diesjährigen Schützenfest. Im Herbst pflanzte der König dort eine Esche, das Baumpflanzen gehört zu einer bereits jetzt lang anhaltenden Königstradition in Legden. Auch eine Planwagentour mit dem Thron gehörte zum Königsprogramm, das sich Matthias Herbers mit seinem goldenen Schuss am 15. Juli 2012 selbst auferlegt hat. Ein besonderer Tag auch für die Königin Martina Revers, ihre Mutter wurde nämlich an dem Tag 80 Jahre alt. „Ich bin schon seit zehn Jahren als Fahnenoffizier im Vorstand“, nennt Herbers einen Grund, warum es mal Zeit für die Königswürde wurde. Besonders in den letzten Tagen vor dem Schützenfest sind nun noch einige Sachen zu erledigen. Da steht zum einen die Vogelbesichtigung auf dem Plan, wo bei der Königin der Vogel aufgehangen und schließlich vom Vorstand und den Offizieren geklaut wird. Der „Gockel“ für dieses Jahr hat auch schon einen Namen: Konstantin. Schon am vergangenen Wochenende waren die Nachbarn der Familie Herbers im Einsatz und betätigten sich beim Grünholen und Kranzbinden. „Dickes fettes Lob für die Nachbarn, wir brauchten nichts machen“, bedankt sich Doris Herbers, ihres Zeichens königliche Gemahlin. Eine Anekdote aus dem vergangenen Jahr fällt dem aktuellen Thron auch noch ein: Die Königin Martina Revers war auf dem Rathausbalkon zu klein und musste sich auf Bücher stellen, damit die zahlreich erschienenen Gäste sie feiern konnte. Vorher hatte man über den Blumen nur ihre herausguckende Krone gesehen. „Am ersten Abend ist recht früh Schluss, man muss sich ja erst mal eingewöhnen“, blickt Matthias Herbers, der als kaufmännischer Angestellter bei Glanemann in Legden arbeitet, auf das kommende Wochenende. Das Highlight ist für ihn der Krönungsball am Samstag, wo der alte Thron und somit auch er selbst noch mal gefeiert wird. Sonntagmorgen weckt dann die 15-köpfige Blaskapelle das Königspaar, den General, Oberst, Präsidenten und ersten Vorsitzenden. Irgendwann vor dem erneuten Vogelschießen ist es dann soweit: „Dann muss ich die Kette wieder abgeben. Will ich zwar nicht, aber muss“, bedauert Matthias Herbers, Vater der drei Kinder Hendrik (19), Carolin (16) und Lukas (15). Im vergangenen Jahr war er am Montagmorgen erst um halb acht im Bett. Eine Wiederholung scheint möglich, denn die Stimmung ist auf der größten Party des Jahres in Legden immer besonders gut.