Das Verbreitungsgebiet

Spaß für Zwei- und Vierbeiner

Endlich scheint die Sonne, und darüber sind alle froh, die den Weg zum Tierheimfest des Tierschutzvereins (TSV) Coesfeld-Dülmen gefunden haben. Viele Besucher zieht es in das neue Kleintierhaus, andere schauen sich die Vorführungen auf der Wiese an oder lauschen der Livemusik auf der anderen Seite des Gebäudes.

Hündin macht Männchen: Beim „Dog Dance“ schaut Frl. Smilla ihrem Frauchen Simone Fels ganz tief in die Augen und macht dabei eine gute Figur. Foto: bit

Kreis. „Ein ganz besonderes Fest. Es sind wichtige Dinge, die wir heute feiern“, freut sich Regina Kaute, die sich unter anderem um die Pressearbeit beim TSV kümmert, auf den Tag. Beisitzerin Nadine Niehaves klärt über das neue Kleintierhaus auf: „Für Katzen und Hunde sind wir gut aufgestellt, für Kleintiere hatten wir bisher aber gar nichts. Das war der Albtraum schlechthin“, erinnert sie sich an die kleine Zeile von ein paar Metern, die der Unterbringung von Kleintieren bisher diente. Durch diverse Spenden wurde der Traum vom neuen Kleintierhaus dann aber ab Oktober verwirklicht. Dort befinden sich nun fünf große Boxen, in denen zum Beispiel Kaninchen untergebracht werden können. Im hinteren Bereich machen es sich die Ratten Lilly und Stupsy bequem, während eine dicke weiße Taube das Geschehen aus ihrem Käfig beobachtet. 

Dort befindet sich zudem eine Quarantäne-Station, wo kranke Tiere erst mal eine Woche beobachtet werden können. Nadine Niehaves, die selbst zwei Katzen und vier Kaninchen zuhause umsorgt, klärt über ein großes Problem auf, das gerade zur Ferienzeit wieder wächst: „Katzen und Kleintiere werden am meisten ausgesetzt. Das ist für Tiere lebensgefährlich und zudem strafbar.“ Wer den Entschluss fasst, sich von seinem Tier zu trennen, wird darum gebeten, sich mit dem Tierheim in Verbindung zu setzen - gerade jetzt, wo es auch im Kleintierbereich die nötigen Kapazitäten aufweist. Der Tierschutzverein hat nach der Fusion 506 Mitglieder. „Wir vermitteln 500 Tiere pro Jahr und kümmern uns um 1.000 Tiere“, so Nadine Niehaves. 

Viele Tierliebhaber haben ihren Hund mitgebracht und schauen sich die vielen Stände an, die die Besucher anlocken. Die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ macht auf Missstände in der Tierhaltung aufmerksam (Infos: www.vier-pfoten.de). Die frisch gegründete Regionalgruppe Münsterland sucht noch neue Mitglieder. „Wir wollen, dass Menschen bewusster einkaufen. Fleisch ist viel zu billig“, nennt Eva Lensing, die den Stand mit Katharina Pawig betreut, ein Beispiel. Der Letteraner Michael Strozyk holt sich ein paar Anregungen für sein heimisches Hundetraining. „Wir gucken, was man an Übungen selbst übernehmen kann“, sagt er, während er Agility-Übungen beobachtet.

Andere nutzen das Tierheimfest auch, um sich nach einem potenziellen neuen Mitbewohner umzuschauen. „Wir sind hin- und hergerissen“, seufzt Carmen Sommer, die mit ihrem Sohn Patrick gekommen ist. 17 Jahre hatte die Familie einen Hund, der dann eingeschläfert werden musste. Patrick hätte gerne einen kleineren Hund, seine Mutter sehnt sich nach einem größeren. „Ich muss einen Gefährten haben, nichts zum Kuscheln“, betont Carmen Sommer. Derzeit haben die Sommers noch zwei Geckos, das seien aber „Tranfunzeln“. Insofern kann sich die Familie durchaus vorstellen, einen Hund aus dem Tierheim zu nehmen. „Wir würden einer kleinen, armen Seele einen Gefallen tun“, so Carmen Sommer.