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Was lange währt...

Dass dieser Moment einmal kommen würde, daran hätten einige Letteraner noch vor einigen Jahren sicher nicht geglaubt. Tatsächlich konnte kürzlich der modernisierte Bahnsteig samt neuem Fahrradhäuschen offiziell eingeweiht werden.

Gleich sieben Gäste durften bei der feierlichen Eröffnung des Haltepunktes in Lette das Band durchschneiden. Foto: as

Lette. Vor allem ein Name machte immer wieder die Runde: Herbert Löcken. Der engagierte Letteraner, der mittlerweile leider verstorben ist, hatte sich vehement für einen neuen Banhsteig eingesetzt. Zu hoch war der alte, für ältere Menschen, Behinderte oder Kinderwagen ein schier unüberwindbares Hindernis.

So war es nicht verwunderlich, dass in den Redebeiträgen zur Eröffnung immer wieder auf die turbulente Geschichte des Bahnsteigs eingegangen wurde. Uwe Luers (DB Station & Service AG) erinnerte daran, dass erst mit der „Drohung“ der Letteraner, den Bahnhof in Eigenregie umzugestalten, Bewegung in den Prozess gekommen sei. Die Deutsche Bahn habe dann den Neubau zum Projekt erhoben. Ohne das Engagement und den „positiven Druck“ der Bevölkerung wäre sicher nichts passiert, so Luers.

Und passiert ist eine Menge. Auf 120 Metern wurde ein moderner Bahnsteig geschaffen, dieser ist ganze 76 Zentimeter höher als der alte. Ein neues überdachtes Fahrradhäuschen umfasst Platz für 60 Drahtesel. Das Eisenbahnmuseum bietet dazu einen schönen Kontrast. Überhaupt, so betonte Dr. Franz-Peter Scholl als Sprecher der ehrenamtlichen Helfer, sei der Haltepunkt Lette der einzige „mit einem Museum direkt dabei“. Neben den Ehrenamtlichen hätten sich auch der Heimatverein und Firmen wie Krampe oder Klüsener aktiv in das Geschehen eingebracht.

„Was lange währt, wird endlich gut“, freute sich dann auch der Bezirksausschuss-Vorsitzende Bernhard Kestermann. Er würdigte Herbert Löcken als den Mann, der den Stein ins Rollen gebracht hatte. Und auch Karl Schiewerling erinnerte sich in seinem Grußwort an die Hartnäckigkeit Löckens und sprach sich für die inoffizielle Bezeichnung „Herbert-Löcken-Halte“ aus.

Bürgermeister Heinz Öhmann freute sich, dass mit dem Haltepunkt das Schienennetz mit dem Bahnhof in Coesfeld, dem Halt am Schulzentrum und eben Lette vollständig modernisiert sei. „Ganz billig war es sicher nicht“, so Öhmann mit Blick auf die Kosten von insgesamt 430.000 Euro. Den Löwenanteil hat der Zweckverband NRW beigesteuert, die Stadt Coesfeld hat 130.000 Euro übernommen.

Rund 300 Fahrgäste nutzen den Haltepunkt täglich. Für Heinz Öhmann zählt dabei der erste Eindruck. „Hier erhält man einen ganz besonderen und sehr positiven Eindruck“, so der Bürgermeister.