Das Verbreitungsgebiet

Jetzt oder nie!

Eine kräftige Finanzspritze erhält Julia Wigger von der Bayer-Stiftung. Im Frühjahr reist sie zu einem viermonatigen Arbeitsaufenthalt nach Australien. Das Reisefieber hat sie noch nicht gepackt, obschon die ersten Vorbereitungen laufen.

Als eine von vier Stipendiaten aus dem Münsterland geht Julia Wigger für vier Monate nach Australien. Foto: ba

Lette. Sie wollte immer schon nach Australien, aber niemals als AuPair. „Das ist nicht meine Welt“, erklärte Julia Wigger mit einem Lächeln. „Australien ist mein Wunschland.“ Gerne wäre sie nach dem Abitur ins Ausland gegangen, doch an erster Stelle stand die Ausbildung. Und jetzt klappt es doch. Gleich nach ihrer mündlichen Prüfung zur Groß- und Außenhandelskauffrau setzt sie sich Anfang Februar in den Flieger. 

In der Berufsschule hörte sie auf einer Informationsveranstaltung der Industrie- und Handelskammer von Fördermöglichkeiten für ein Praktikum im europäischen Ausland. „Ich wollte über die Grenzen der EU hinaus.“ 

André Böing von der Gesellschaft für Bildung und Technik mbH der IHK Nord Westfalen machte sie auf das Hermann-Strenger-Stipendium der Bayer-Stiftung aufmerksam und unterstützte sie tatkräftig. Julia Wigger musste für den Antrag einen Praktikumsplatz nachweisen. Dank der Kontakte in der Firma ihres Vaters konnte sie bald ihre Bewerbung nach Australien schicken. Parallel musste sie einen Kostenplan aufstellen und fieberte dem Abschluss des Verfahrens entgegen, denn die Zusage für den Arbeitsplatz kam erst nach Antragsabschluss. Doch auch hier war André Böing mit einem Schreiben hilfreich. Nun kann ihr Traum Wirklichkeit werden. Julia Wigger ist eine von 18 Stipendiaten, die als junge Beschäftigte einen Arbeitsaufenthalt im Ausland bekommen. „Nach Australien kann ich nicht mal eben in den Urlaub fahren, ich habe viele Wege versucht und freue mich, dass es nun mit dem Stipendium klappt.“ Von Februar bis Ende Mai wird sie in einer kleinen Handelsfirma in der Nähe von Melbourne arbeiten. 

Die Firmengröße ist in etwa gleich, doch die Handelswaren können unterschiedlicher nicht sein. Bei der Licht-Con Produktions GmbH setzt sie alles ins rechte Licht, die Firma in Australien ist internationaler Lieferant für den Nah- und Fernverkehr. Doch Julia Wigger ist optimistisch. Sie freut sich auf die neuen Erfahrungen und weiß von ihrer Schwester, die in den Vereinigen Staaten war, wie sehr ein Aufenthalt im Ausland einen Menschen verändern kann. „Dann bin ich auf mich allein gestellt.“ Ihre Familie unterstützt sie in ihrem Vorhaben und auch die Freunde freuen sich, dass Julia ihren lang gehegten Traum erfüllen kann. Bis Ende November schiebt sie die Planungen noch an die Seite, schaut nur gelegentlich nach günstigen Flügen. Das Visum ist genehmigt und gleich nach der schriftlichen Prüfung laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Nach dem Praktikum will sie noch ein paar Monate auf dem Kontinent bleiben, arbeiten und Reisen, bevor sie im Herbst ein Studium aufnimmt. In Europa, in Deutschland.