Das Verbreitungsgebiet

Aktiv und zukunftsfähig

Vielseitig, aktiv und überhaupt nicht verstaubt zeigt sich der Heimatverein Lette, der sich nicht nur der Vergangenheit verschrieben hat, sondern auch zukunftsweisende Projekte zum Wohl der Letteraner im Auge behält.

In diesem Beichtstuhl hat noch niemand gelogen, aber erst, seit er im Museum des Heimatvereins steht. Foto: ba

Nur noch wenige Wochen, dann wird der traditionelle Kartoffelmarkt rund um das Heimathaus stattfinden und die Einnahmen daraus helfen, die vielfältigen Aufgaben des Heimatvereins zu finanzieren. Damit der Anreiz für große und kleine Besucher attraktiv ist, wird ein unterhaltsames Bühnenprogramm geboten. Zum Anschauen und Staunen gibt es einen Corso aus betagten, aber gut gepflegten Traktoren und Mähdreschern sowie einen Kleinkunstmarkt. Kaffee, Kuchen und eine Grillstation sind selbstverständlich vorhanden.

Heimatverein, ein Begriff, eine Institution, die in vielen Köpfen ein verstaubtes Bild hinterlässt, die bei genauem Hinsehen aber einen großen Beitrag zum gesellschaftlichen Leben leistet. Ehrenamtlich, nach Feierabend, an den Wochenenden und immer, wenn es notwendig ist, sind einige der 525 Mitglieder unterwegs. Eine 15-köpfige Arbeitsgruppe trifft sich jeden Dienstag und bespricht, was zu tun ist. So muss das Wassertretbecken, das die Stadt aufgegeben hatte und das nach umfangreichen Renovierungsarbeiten seit 2012 vom Heimatverein betrieben wird, wöchentlich gereinigt und täglich in Augenschein genommen. Zusätzlich wurde ein Barfußgang erstellt und die Kindergruppe des NABU hat auf diesem Gelände Kräuterbeete angelegt.

Oder der Erhalt der Wacholderheide, den sich der Heimatverein auf die Fahnen geschrieben hat. Zuletzt wurde dort eine neue Schutzhütte gebaut. Eine von acht, die auf Letteraner Gebiet entstanden sind und die von Radwanderern und Spaziergängern gern genutzt werden. Zu den sechs vom Heimatverein ausgearbeiteten Wanderwegen, zwischen fünf und acht Kilometern Länge, gibt es als Ergänzung den Museumspfad, der die drei Letteraner Museen auf einem drei Kilometer langen Rundweg miteinander verbindet.

Wer lieber mit dem Rad unterwegs ist, kann an einer der 14-tägigen Fahrradtouren rund um Lette teilnehmen, die seit diesem Jahr angeboten werden. Oder einen der sieben Radwanderwege abfahren, die der Heimatverein ausgearbeitet hat und deren Routen auch mit GPS-Daten als Track aus dem Internet geladen werden können. 

Auch, wenn sich die Mitglieder des Heimatvereins modern aufstellen, vergessen sie die alten Traditionen nicht. Zum einen erinnert die Sammlung im Museum an ursprüngliche Letteraner, wie den Frisör, Schuster oder Apotheker. Zum anderen wird Kindern vom ersten bis zum vierten Schuljahr die plattdeutsche Mundart vermittelt, die auch in einer Erwachsenengruppe einmal in der Woche gepflegt wird. Die Volkstanzgruppe hat sich aus Nachwuchssorgen mit der Holtwicker Gruppe zusammengeschlossen.

Momentan arbeiten die Mitglieder an einer Fotoschau, deren Bilder aus den Anfängen des vergangenen Jahrhunderts zum Teil schon eingescannt wurden und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollen.

Ende September soll die mobile Obstpresse wieder vor dem Heimathaus Stadtion machen und an den Erfolg des vergangenen Jahres anknüpfen. So wie sich der Heimatverein dem Erhalt des vergangenen verschrieben hat, stellen sie sich doch die Frage, woran sie festhalten wollen, wohin sie sich entwickeln wollen. Die Mitglieder sind stets auf der Suche nach zukunftsfähigen Möglichkeiten für die Dorfentwicklung, sei es eine Radstation am Bahnhof oder ein Glasfaserkabel für die schnelle Internettechnik. Die Türen sind für alle Interessierten offen und gerade junge Mitglieder sind willkommen.