Das Verbreitungsgebiet

Wir erleben schnelle Veränderungen

Grußwort von Landrat Dr. Christian Schulze Pellenngahr zum neuen Jahr.

Veränderungen sind die Grundlagen des Fortschritts. Diese können in kleinen Schritten geschehen und eine langfristige Neuerung für die Gesellschaft bedeuten. Manchmal erfolgten diese aber in rasanter Geschwindigkeit, die uns alle fordert. Das erleben wir gerade mit der Pandemie, die seit nunmehr fast 24 Monaten unser Handeln maßgeblich mitbestimmt und uns auch Unerwünschtes aufzwingt. Noch vor wenigen Wochen zeichnete sich mit den sinkenden Infektionszahlen, zu der auch Sie als Bürgerinnen und Bürgern mit Ihrem verantwortungsvollen und umsichtigen Verhalten und der Beteiligung an den Impfkampagnen beigetragen haben, ein Lichtblick ab. Aber wer hätte gedacht, dass sich in so kurzer Zeit eine neue Virusvariante so aggressiv ausbreiten kann. Omikron findet in unserer global vernetzen Welt nahezu grenzenlos den Weg zu uns. Die Infektionszahlen werden wieder steigen, so die Experten. Bisher haben wir im Kreis Coesfeld über 100 Menschen verloren, die mit oder an Corona verstorben sind. Den Hinterbliebenen gilt mein aufrichtiges Beileid. Durch die Immunisierung der breiten Bevölkerungsschicht konnten wir aber auch viele Menschen vor einem schweren Verlauf bewahren. Leider ist dieser Immunschutz nicht dauerhaft. Deshalb bitte ich Sie von den vielfältigen Angeboten einer Auffrischungsimpfung Gebrauch zu machen, aber auch im Übrigen die uns bekannten Hygieneregeln einzuhalten und sich achtsam zu verhalten. Die Pandemie hat uns Einiges gelehrt und auch unsere Grenzen aufgezeigt. Diese Erkenntnisse werden wir nutzen können, um uns in der Zukunft besser auf solche Ereignisse vorzubereiten. Das ist nicht immer vorhersehbar, wie uns das Hochwasser an den Nebenflüssen des Rheins im Sommer zeigte. In solchen Extremsituationen beweist sich die Solidarität der Menschen untereinander. Viele Bürgerinnen und Bürger, auch aus dem Kreis Coesfeld, haben nach ihren Möglichkeiten Hilfe geleistet. Allein bei der Spendenaktion vom Kreis gemeinsam mit den Städten und Gemeinden unter dem Stichwort „Gut für das Westmünsterland“ konnten rund 30.000 Euro an die Flutopfer gehen. Aber auch unsere Hilfs- und Rettungskräfte waren vor Ort im Einsatz. Wir haben im scheidenden Jahr auch viel Gutes auf den Weg bringen können. Mit Blick auf den Klimaschutz konnten wir die Mobilität im ländlichen Raum verbessern. Als Beispiel nenne ich das Bürgerlabor Mobiles Münsterland, in dem sich jede interessierte Person einbringen konnte. So haben wir nicht für Sie, sondern mit Ihnen geplant und so gemeinsam sehr gute Ideen entwickeln können. Besonders hier in unserer Region hat das Radfahren als Teil der Mobilität traditionell einen großen Stellenwert. Deshalb freue ich mich sehr über den konsequenten Ausbau des Radwegnetzes. Zum Jahresende haben wir beispielsweise vom Land NRW Förderbescheide in Höhe von gut 1,3 Millionen Euro erhalten, die wir für die Erneuerung des Radwegs zwischen Dülmen und Hiddingsel verwenden werden. Wir Menschen im Kreis Coesfeld dürfen ruhig auch ein wenig stolz sein. Beispielsweise darauf, dass wir in der Pandemiezeit mit niedrigen Inzidenzwerten als erste Kommune im Rahmen der Modellregion einen Teil des kulturellen und sportlichen Erlebens wieder öffnen konnten. Auch zeichnet uns die schon seit über zehn Jahren bestehende niedrigste Arbeitslosenzahl im Land NRW aus. Das ist das Verdienst unserer gemeinschaftlichen Anstrengung. Mit dieser Perspektive, mit Umsicht und Solidarität bin ich zuversichtlich, dass wir gemeinsam auch weiterhin die Herausforderungen bewältigten werden und bedanke mich bei allen Bürgerinnen und Bürgern im Kreis Coesfeld für das Engagement und das entgegenbrachte Vertrauen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, Ihren Angehörigen und Freunden und uns allen ein gesundes und gesegnetes neues Jahr 2022!