Das Verbreitungsgebiet

Naschgarten für Tiere

Einen Namen hat die Kröte noch nicht, die sich am Teich von Katy Seger niedergelassen hat. Mächtig stolz ist die Gartenbesitzerin jedenfalls

über den seltenen Gast.

Denn Kröten sind sehr wählerisch, wo sie sich niederlassen. Dass dieses Exemplar sich den Naturgarten der Dülmenerin ausgesucht hat, verwundert eigentlich nicht. Schließlich setzt Katy Seger auf Natur pur. Dabei hatte alles ganz anders angefangen. Als großer Rosamunde-Pilcher-Fan hatte sie ihren 350 Quadratmeter großen Garten ursprünglich im Cottage-Stil gestaltet. Rosen und Lavendel bestimmten das Bild. Immer wichtiger wurde es ihr aber, den Garten tierfreundlich zu gestalten – und das geht mit einem Cottagegarten nur äußerst bedingt. Sie hat sich eingelesen und immer mehr eigene Ideen entwickelt. „Mein Garten ist zum Beispiel komplett frei von Dünger“, nennt sie ein wichtiges Element. Sämtliche Pflanzen sind heimisch, darunter auch eher seltene Exemplare wie das Lungenkraut oder der Blutweiderich. „Früher habe ich die Frühjahrsblüher abgeschnitten und meinen Rasen behandelt“, blickt sie zurück. Das würde sie auf keinen Fall mehr machen. „Ich lasse alles stehen als Lebensraum für Insekten und andere Lebewesen“, betont sie. Und nicht nur das: Selbst gebaute Insektenhotels, Erdhummelnester, Käferkeller und Wasserstellen, die auch im Winter zugänglich sind, laden alle möglichen Gartenbewohner ein. Schmetterlinge, Igel, Hummeln und natürlich Vögel – für Tiere ein echter „Naschgarten“. Denn die Brombeer-, Johannisbeeroder Holunderbeersträucher, die überall blühen, sind den tierischen Besuchern vorbehalten. Sogar ein paar Zaunkönige lassen sich immer mal wieder blicken. Wer glaubt, dass ein Naturgarten keine Arbeit macht, der täuscht sich gewaltig. Im Gegenteil. „Ich stecke jede freie Minute in meinen Garten“, so Katy Seger. Zu tun gibt es immer etwas und auch die größeren und kleineren Verstecke wollen gehegt und gepflegt werden. Die Pflanzen ebenfalls und ständig gibt es neue Anregungen in der immer umfangreicheren Literatur. Denn was Katy Seger schon vor einigen Jahren begonnen hat, wird immer mehr zum Trend – der Garten als Lebensraum. Neben der Artenvielfalt begeistert Katy Seger auch der Wechsel der Jahreszeiten, der sich in ihrem Garten ganz besonders intensiv zeigt. Wo jetzt Schlüsselblumen wachsen, bevölkern Pilze im Herbst das Beet. „Ich weiß erst heute, wie wertvoll Pilze sind. Durch die Verästelungen im Boden bleibt das Beet fluffig“. Und wenn die Nacktschnecken Saison haben, dann werden sie nicht, wie früher, entfernt. „Die Tigerschnecke ist ein echter Nützling“, weiß Katy Segers, scheinbar unbeliebte Gartenbewohner zu schätzen. Den Teich zu einer Sumpfwasserzone umbauen, das wäre noch ein Plan, den Katy Segers für ihren Garten hätte. Das allerdings ist sehr aufwendig und kostenintensiv.