Das Verbreitungsgebiet

Schönheitskur für den Altar

Er ist das Herzstück der Kapelle Visbeck und soll in

neuem Glanz erstrahlen – der Altar aus der Barockzeit.

Dafür sorgen aktuell die beiden Restauratorinnen Alice Kleyboldt und Anna Pfeiffer. Beide sind selbstständig und teilen sich ein Atelier. Für den Altar legen sie gemeinsam Hand an, damit dieser bis Ende Mai von Schmutz befreit und stabilisiert wieder in die Kapelle einziehen kann. So will es zumindest der vorläufige Zeitplan. Bis dahin gibt es noch viel zu tun in der Kapelle und in der Werkstatt in der Bauerschaft Holsterbrink bei Rorup. Denn hier sind die beiden Restauratorinnen vollauf damit beschäftigt, den Altar von den Spuren der Zeit zu befreien. „Es ist eine sehr gute Sache, dass die Familie Markert-Löbbert und die umliegenden Bewohner sich über die Jahre gut um den Altar gekümmert haben“, betont Anna Pfeiffer. Die beiden Frauen kümmern sich um den Holzkorpus. Die beiden Gemälde, die die Anbetung und die Maria Immaculata zeigen, werden bei Eising und Schwering in Coesfeld instand gesetzt. „Einen solchen barocken Holzaltar gibt es kaum noch in Dülmen oder der Umgebung“, weiß Alice Kleyboldt um die Bedeutung des Kunstwerks, das vermutlich von Johann Conrad Schlaun erbaut wurde. Einige Elemente wie das Antependium sind neo-gotischen Ursprungs, also jünger. Wann genau der Altar geschaffen wurde, darüber gibt es keine Zeugnisse mehr. “Mein Bauchgefühl sagt aber um 1750“, so Anna Pfeiffer. Wichtig ist es, den Altar reversibel zu restaurieren. Spätere Restauratoren sollen die Maßnahmen wieder rückgängig machen können. Daher arbeiten Alice Kleyboldt und Anna Pfeiffer vor allem mit Aquarellfarbe. Der Zahn der Zeit hat vor allem an den Stellen genagt, an denen Vergoldungen auf den Holzkorpus aufgesetzt sind. Ein klassischer Fassungsaufbau mit Kreidegrund trifft auf diese Vergoldungen, das Holz arbeitet weiter und das führt über kurz oder lang zu Abplatzungen. Seit Januar wird an dem Altar gearbeitet. Ist er fertig, soll er in der renovierten Kapelle der Hingucker werden. „Dort ist viel reduziert worden“, so Alice Kleyboldt. Künftig soll die Kirche nicht nur für liturgische Anlässe genutzt werden, auch Lesungen könnten dort zum Beispiel stattfinden. „Es ist einfach toll, dass die Familie Markert-Löbbert diesen Umbau aus privaten Mitteln möglich macht“, so Alice Kleyboldt. Weiter in der Vergangenheit des Altars zu forschen, dafür reichen aktuell weder Zeit noch Geld. Dennoch würden sowohl die beiden Restauratorinnen als auch die Familie Markert-Löbbert sich wünschen, Zeitzeugnisse zu sehen. „Vielleicht hat noch jemand ein altes Bild von einer Hochzeit vor dem Altar“, nennt Anna Pfeiffer ein Beispiel. Wer noch Dokumente oder sogar Fotos oder Bilder in seinem privaten Archiv hat, der kann sich per Mail an die Familie Markert-Löbbert wenden (info@haus-visbeck.de).