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Das Sandmännchen kann kommen

Immer noch sterben in Deutschland jedes Jahr 200 Kinder den plötzlichen Kindstod. Häufiger Grund dafür ist die falsche Position beim Schlafen oder auch eine zu warme Umgebung. Die Christophorus-Kliniken geben in Zusammenarbeit mit dem Textilunternehmen Ernsting's family seit Anfang des Jahres Babyschlafsäcke an Eltern, damit ihre Babys zuhause sicher schlafen können.

Gemeinsam gegen den plötzlichen Kindstod: Hans-Dieter Ernst (l.) von Ernsting's family und Dr. Klaus-Dieter Jaspers (Chefarzt Frauenklinik) ist es ein großes Anliegen, dass Babys und somit Eltern beruhigt schlafen können. Foto: bit

Coesfeld. Dieser Babyschlafsack ist ein Beitrag im Rahmen des Projektes „Gemeinsam gegen den plötzlichen Kindstod“, das von der Uni Münster begleitet wird. „Rauchen spielt eine Rolle oder eine Überhitzung der Räume“, nennt Dr. Klaus-Dieter Jaspers, Chefarzt der Frauenklinik, zwei häufige Ursachen für den Kindstod. Auch sollte das Kind nicht bei der Mutter im Bett schlafen. Der von Ernsting's family entworfene Babyschlafsack ist so konzipiert, dass die Babys immer noch genügend Beinfreiheit haben. „Babys sollten immer in Rückenlage liegen, damit sie nicht am Erbrochenem ersticken“, gibt Dr. Jaspers einen weiteren Tipp. 

Ernsting's family, vertreten durch Hans-Dieter Ernst, spricht mit dem entworfenen Babyschlafsack die Zielgruppe an, die dem Unternehmen auch sonst besonders am Herzen liegt: die Mutter mit ihrem Kind. „Das Thema Nachhaltigkeit ist uns sehr wichtig“, sagt Ernst und ergänzt: „So eine Gelegenheit nehmen wir gerne auf.“ Hans-Dieter Ernst findet, dass es eine besondere Situation für die Eltern ist, wenn sie nach der Geburt erstmals nach Hause kommen und ab dann die alleinige Verantwortung für ihr Baby tragen müssen. Wenn Eltern allerdings wüssten, dass das Kind in diesem Schlafsack liegt, könnten sie schon viel beruhigter schlafen. „Ein Doppeleffekt“, meint der Sprecher der Geschäftsführung EHG Service GmbH. 

Der Schlafsack ist zudem mit einem Schriftzug versehen: „Schön, dass es dich gibt.“ Das hat seinen Sinn, wie Hans-Dieter Ernst erklärt. Auch wenn das Kind nachts mal nervt, sollen die Eltern immer wieder daran erinnert werden, wie schön es ist, ein Kind zu haben. „Das sind so Kleinigkeiten, die wir immer wieder machen“, so Ernst. Insofern dient das ganze auch als Erziehungsprozess für die Eltern. Dazu zählt auch ein Fragebogen, den die Eltern ausfüllen müssen, bevor sie den Babyschlafsack ausgehändigt bekommen. Dieser fragt die Schlafumgebung des Kindes sowie den sozialen Hintergrund der Familie ab. Der Bogen wird wissenschaftlich ausgewertet, um  weitere Erkenntnisse zum Kindstod zu bringen. „Wir wollen etwas erreichen, wollen keine 200 Kinder verlieren“, sagt Dr. Jaspers deutlich. Wenn ein paar Schulbusse mit 200 Kindern verunglücken würden, wäre der Aufschrei groß, meint er. Das Thema plötzlicher Kindstod sei aber in den Köpfen vieler Eltern noch nicht angekommen.

Perfekter Baby-Schlaf:

- immer in Rückenlage

- nur in einem Schlafsack

- rauchfrei

- ohne Kissen und Mützchen

- im eigenen Bett im Elternschlafzimmer

- mit allen empfohlenen Impfungen