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Präsenz vor Distanz

Angespannt und stressig – so erleben die Schülersprecher des Annette-von-Droste-Hülshof-Gymnasiums in Dülmen aktuell die Zeit. Annika Schulz und Wiebke Peters gehen beide in die Q1. Gemeinsam mit Robin Wohlgemuth und Louis Humberg aus der Q2 beschreiben sie die aktuelle Situation.

Mehrere Fahrten sind ausgefallen, die Mottowoche gibt es nur abgespeckt und hinter dem Abiball steht noch ein großes Fragezeichen. Erlebnisse, auf die der diesjährige Abijahrgang verzichten muss. Aber auch einige Lerninhalte gehen unter, wie die Schülersprecher bemerken. „Wir haben das Gefühl, dass nicht alle Inhalte erarbeitet werden, die für das Abi relevant sind“, heißt es in dem gemeinsamen Statement von Annika, Wiebke, Robin und Louis. Nicht immer sei es leicht, beim Homeschooling den Erklärungen der Lehrer zu folgen und der zwischenmenschliche Kontakt fehle einfach. Die Folge - mehr Stress und weniger Motivation. Ein Durchschnittsabitur, das immer mal wieder ins Spiel gebracht wird, ist für die vier AvD-Schüler keine Lösung. Viel zu unsicher sei es, wie dessen Wertigkeit dann am Ende sei. Auch wenn durch die Pandemie in Sachen Digitalisierung an der Schule durchaus Fortschritte gemacht worden seien, ist für Annika Schulz und Wiebke Peters aber der Präsenzunterricht nach wie vor der Unterricht der Wahl. „Dadurch ist die Vorbereitung einfach besser“. Auf die Uni verschwenden die angehenden Abiturienten allerdings noch keinen Gedanken. „Unser Fokus und unsere Konzentration liegt aktuell eindeutig auf dem Vorabitur und dem Abitur“, sind sich alle einig. Auch auf dem zweiten Dülmener Gymnasium, dem Clemens-Brentano-Gymnasium (CBG) hat auch Schulleiterin Maike Verwey durchaus an einigen Stellen bemerkt, „wie anstrengend dieses Jahr für alle ist und vor allem wie viel von den Schülern verlangt wird.“ Hier ist die Mottowoche sogar ganz ausgefallen und wird eventuell später nachgeholt. „Wir hoffen alle, dass eine schöne Abientlassfeier zustande kommen darf und natürlich auch ein Abiball“, so Maike Verwey. „Natürlich haben die Schülerinnen und Schüler der Q2 die gleichen Probleme gehabt, wie wahrscheinlich zur Zeit gerade alle Schüler NRWs. Es ist nicht einfach, sich im Distanzlernen auf das Abitur vorzubereiten“, weiß sie um die Herausforderungen. Allerdings hätte das CBG seit den Sommerferien bis unmittelbar vor den Weihnachtsferien einen durchgehenden Präsenzunterricht gehabt und die Q2 werde seit Mitte Februar als kompletter Jahrgang beschult. Da auch im Distanzlernen die Schüler gezielt auf ihr Abitur vorbereitet worden sind, geht Maike Verwey davon aus, dass die Abiturprüfungen in Dülmen in gewohnt guter Weise bestanden werden. Wie auch die Schüler des AvD sieht Maike Verwey in Sachen Technik einen Schritt nach vorne. „Auf jeden Fall konnten wir den Prozess der Digitalisierung an unserer Schule weiter ausdehnen, vor allem auf die höheren Jahrgänge. Unser Lernmanagementsystem (Moodle) ist weiter ausgebaut worden und wird uns auch in Nicht-Pandemiezeiten gute Dienste leisten können.“