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Warten auf den Prinzen

Dieses Geheimnis wird in Gescher so gut behütet wie der sprichwörtliche Augapfel. Außer dem närrischen Konklave der Stadtgemeinschaft der Karnevalisten weiß noch niemand, wer der neue Prinz Karneval ist.

GESCHER. Erst auf der Glocke des Prinzenwagens wird am Sonntag (24. Januar) der Name des närrischen Oberhauptes stehen. Doch nicht einmal diejenigen, die die Buchstaben dafür herstellen, wissen über die Majestäten- Identität Bescheid. Denn es werden immer mehr Wachsbuchstaben angefertigt, als für den Namen benötigt werden.

„Es weiß wirklich keiner – bis der Prinz auf den Rathausvorplatz kommt“, sagt Martin Pollmann, Prinz des Jahres 2009, und erinnert sich an eine lustige Anekdote: Der Ex-Prinz Franz-Hubert Grimmelt musste unbemerkt ins Rathaus, um sich im Bürgermeisterzimmer umzuziehen. Der Gastronom wurde kreativ und legte sein Outfit unter ein Tablett. Durch die Tarnung als Schnittchenbringer schaffte er den Weg, ohne dass ihn jemand enttarnte.

Für Prinz Werner III. (Kramer) geht ein aufregendes Jahr zu Ende. Am Freitag (22. Januar) zieht er durch die Kindergärten und Nachbarschaften. Es ist seine Abschiedstour. „Der Höhepunkt war schon, in der Glocke durch Gescher zu fahren“, erinnert er sich an den Umzug 2015. Werner III. ist Mitglied der Bacchus-Jünger, die sich um die Umzugsorganisation kümmern. Er ist bereits der fünfte Prinz aus Reihen seines Vereins.

Am Samstag und Sonntag (23. und 24. Januar, ab 13 Uhr) gibt es für 15 Euro ein neues Karneval-Shirt am Rathausplatz zu erwerben. Die Hälfte der Einnahmen geht an die Bürgerstiftung, die andere kommt der Stadtgemeinschaft der Karnevalisten zugute. In der Lindenstraße befindet sich beim Umzug eine Familienzone.