Das Verbreitungsgebiet

Drücken ohne Hemmungen

Die Themen gehen den Organisatoren des Dülmener Herz-Aktionstages nie aus. Denn auch in der 14. Auflage am 10. November (Sonntag) gibt es Neues zu berichten.

Ein Teil der Partner: Martin Bruns (BSG), Marion Lammers (SGZ), Anja Vöcking (Kliniken), Renate Hörbelt (FBS) (oben v.l.) und Dr. Karl Wälter und Annette Hullermann (sitzend).

Das Konzept, aus einer Woche einen Aktionstag zu machen, hat sich bewährt. Von 11 bis 16 Uhr gibt es in der Alten Sparkasse (Münsterstraße 29) Vorträge, Praxiseinheiten und Informationen rund um das wichtige Organ. „Einige Besucher kommen um 11 Uhr und bleiben bis zum Ende“, freut sich Annette Hullermann vom Sport- und Gesundheitszentrum über den guten Zuspruch in der Bevölkerung.

Das SGZ gehört zu den insgesamt elf Kooperationspartnern, die sich mit dem Herz-Aktionstag an der bundesweiten Aktion der Deutschen Herzstiftung orientieren. Diese bietet auch einen groben Rahmen für die Themen, die von lokalen Akteuren mit Leben gefüllt werden. In diesem Jahr lautet das Motto „Plötzlicher Herztod – wie kann man sich davor schützen“. Das Thema Wiederbelebung nimmt dabei natürlich viel Raum ein. „Man kann nichts falsch machen, außer man tut nichts“, macht Dr. Karl Wälter, Oberarzt der Kardiologie an den Christophorus-Kliniken deutlich. Er wird in seinem Vortrag auf die Rettungskette eingehen, in der die Laien-Reanimation meist an erster Stelle steht.

Dank vereinfachter Wiederbelebungsrichtlinien sei die Zahl der erfolgreichen Reanimationen durch Laien angestiegen und liege aktuell zwischen fünf und 30 Prozent. „Es ist einfach, wiederzubeleben“, so der Facharzt. Beatmung spiele eine deutlich untergeordnete Rolle, viel wichtiger sei die Druckmassage. „Keine Hemmungen vor dem Drücken“, mahnt Karl Wälter dazu, im Notfall einzugreifen.

Defibrillatoren sind mittlerweile in vielen öffentlichen Orten zu finden, Dülmen hat bereits recht früh viele der Lebensretter installiert. Das DRK gibt beim Aktionstag eine Einweisung in die richtige Handhabung der Defibrillatoren. Thomas Hellmann, Ärztlicher Leiter der Kardiologie am Dülmener Krankenhaus, berichtet in seinem Vortrag, was getan werden kann, damit es gar nicht erst zum plötzlichen Herztod kommt. Und mit Dr. Martin Olbrich und Dr. Wolfgang Bagniewski ergänzen zwei Referenten das Thema um die Perspektive des Hausarztes.

Dass die Psyche immer auch Einfluss auf das Herz hat, das macht Jeannette Overbeck von den Christophorus-Kliniken deutlich. Schon lange war es Wunsch des Orgateams, die psychologischen Komponenten einzubeziehen; mit der speziell für Psycho-Kardiologie ausgebildeten Jeannette Overbeck wurde nun die passende Referentin gefunden. Dass Sport, Entspannung und Ernährung natürlich auch eine Rolle spielen, spiegelt sich in Vorträgen und Infoständen wider.

So wird die Behindertensportgemeinschaft unter Leitung von Martin Bruns eine Bewegungseinheit anbieten, Nicole Wiesel von der FBS lädt zu Autogenem Training in Theorie und Praxis ein. Das DRK Buldern ist mit herzgesunder Ernährung vor Ort und die Interessenvertretung Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen stellt eine präventive Handakupressur vor.

An den Ständen der AOK Nordwest und der Christophorus-Kliniken können Vitalwerte gemessen und ein Schlaganfall-/Herzinfarkt-Test-Score erstellt werden. Alle Programmpunkte, abgesehen von der Verpflegung, sind kostenfrei. Wer mag, kann sich auf dem Wochenmarkt am Freitag vorher (8. November) einen Waffelgutschein sichern.