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Zwölf prägende Jahre

Zwölf Jahre hat Carola Reinhold als Rektorin

die Geschicke der PeterPanSchule gelenkt. Jetzt geht sie in den Ruhestand. StadtAnzeigerRedakteurin Alexandra

Schlüter hat sie zu dem neuen Lebensabschnitt

befragt.

Frau Reinhold, was waren Meilensteine in den zwölf Jahren

Carola Reinhold: Es gab viele tolle Projekte. Wir haben im Lauf der Zeit an drei Comenius- Projekten teilgenommen. Außerdem haben wir schon sehr früh die Mini-Phänomenta zu uns geholt, bei der Kindern an verschiedenen Stationen die Naturwissenschaften näher gebracht werden. Ein Highlight war außerdem das große Zirkusprojekt im vergangenen Jahr.

Inklusion wurde während Ihrer Amtszeit immer wichtiger. Welche Auswirkungen hatte das auf die Peter-Pan- Schule?

Carola Reinhold: Wir haben das natürlich zu spüren bekommen. Die Schülerzahlen sind in den letzten drei Jahren stabil geblieben, davor aber deutlich gesunken. Aktuell haben wir 155 Schüler und sind froh, dass sowohl die Schule als auch der Standort Dülmen mindestens mittelfristig gesichert sind.

In NRW wechselt die Regierung, haben Sie Erwartungen oder Wünsche?

Carola Reinhold: Ich wünsche mir, dass ein wenig von dem Druck rausgenommen wird. In den vergangenen Jahren mussten wir immer wieder Kolleginnen an andere Schulen abordnen. Das ist oft eine große Hürde für die Kolleginnen, da sie nicht selten von einer Primarschule an eine weiterführende Schule wechseln.

Viele der Kolleginnen kommen nach einem Jahr zurück, ein Statement für Ihre Schule, oder?

Carola Reinhold: Ja, auf jeden Fall. Wir sind hier ein tolles, engagiertes Team von 20 Lehrkräften. Was unsere Schule auszeichnet, ist die Zielgleichheit. Unsere Schüler sollen möglichst noch während der Primarstufe auf eine reguläre Grundschule wechseln. Unseren Schülern stehen alle Bildungsgänge der weiterführenden Schulen offen.

Wie steht es mit der Akzeptanz der Elternschaft für die Schulform?

Carola Reinhold: Die Eltern entscheiden sich ja bewusst für unsere Schule und stehen voll hinter uns. Die Zusammenarbeit mit der Elternschaft klappt sehr gut. Gleichwohl gibt es in der Bevölkerung immer noch Vorurteile gegen die Förderschulen.

Welche Gefühle begleiten Sie jetzt so kurz vor ihrem letzten Schultag?

Carola Reinhold: Im Moment ist es einfach nur wuselig, das Schuljahresende steht ja kurz bevor. Ich komme noch gar nicht richtig dazu, mir die Zeit danach vorzustellen. Ich warte einfach ab, wie sich das dann anfühlt.

Gibt es Pläne für diese Zeit danach?

Carola Reinhold: Ich werde im Herbst nach Rom fahren, im Winter dann zwei Monate auf La Gomera verbringen. Wenn ich dann Ende Januar wiederkomme, dann wird es richtig ernst mit dem Ruhestand, vorher ist das eher wie verlängerte Ferien. Ich habe einen großen Garten in meiner Heimat Darup, ich liebe es dort in der Erde zu wühlen. Dann habe ich auch endlich mehr Zeit zum Lesen. Und zwar keine Amtsblätter, sondern auch mal schöne Lektüre.