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Licht am Ende des Tunnels

Chöre hat die Pandemie besonders schwer getroffen. Keine Auftritte. Keine Proben. Und lange keine Perspektive. Davon kann auch Klaus Demes, 1. Vorsitzender der Chorgemeinschaft Dülmen ein Lied singen.

Umso sehnsüchtiger warten er und seine Sangesbrüder auf den 15. Juli, wenn die erste Probe im AlexTagwerk wieder starten kann. Doch so ganz einfach wird auch das nicht werden. „Man braucht den Nebenmann“, bringt Klaus Demes eine Herausforderung zur Sprache. Denn zwar dürfen die Sänger wieder proben, aber eben auf Abstand. „Unser Chorleiter Otto Groll muss den Chor ganz neu zusammen bringen“, betont Klaus Demes. Dass es endlich wieder losgeht, ist das Ende einer langen Durststrecke und Zitterpartie. „Am 29. Februar 2020 hatten wir unsere letzte Generalversammlung“. Klaus Demes erinnert sich noch gut, wie es ihm damals noch schwer gefallen ist, die Mitglieder darauf vorzubereiten, wegen der Pandemie „vielleicht auf ein paar Proben zu verzichten“. Auch er hatte das, was dann folgen sollte, nicht kommen sehen. „Mit dieser Situation hatte ich nicht gerechnet.“ Nach der letzten Probe am 5. März stellte sich vor allem eine Frage: Wie halte ich die Truppe zusammen? Klaus Demes verschickte daraufhin regelmäßig Newsletter, um über Neuigkeiten in Sachen Virusentwicklung zu berichten, aber auch, um auf Jubiläen oder Geburtstage hinzuweisen. Zwischen der zweiten und dritten Welle waren immerhin ein paar Treffen auf der Außenterrasse des DRK-Clubheims möglich, natürlich ohne Gesang. Die Nachrichten des Verbandes zur Lage der Chormusik wurden dramatischer und auch bei Klaus Demes machten sich Sorgenfalten breit. „Das war alles andere als schön.“ Eine erste kleine Perspektive, der Neustart der Proben am 15. Oktober, wurde durch die dritte Welle zunichte gemacht. Das traditionelle Jahreskonzert hatte der Verein bereits abgesagt. Neue Hoffnung kam dann wie bei so vielen Vereinen durch die Impfung. Jetzt sind die allermeisten der Chormitglieder geimpft und, so Klaus Demes, „es gibt endlich Licht am Ende des Tunnels“. Das Hygienekonzept, das ja bereits für den Oktober des vergangenen Jahres erarbeitet worden war, ist immer noch ausreichend und gut. Und da die Proben nun wieder anlaufen können, steht auch dem großen Ereignis in diesem Jahr nichts mehr im Weg. Am 5. Dezember, dem zweiten Adventssonntag, um 16 Uhr wird dem scheidenden Chorleiter Otto Groll nach 62 Jahren als Leiter der Chorgemeinschaft ein großer musikalischer Abschluss bereitet. „Im ersten Teil des Konzertes werden wir den Schwerpunkt auf Eigenkompositionen von Otto Groll legen – quasi ein „Best of“. Im zweiten Teil wird es dann adventlich“, verrät Klaus Demes. Mit Lara Rieken (Sopran) und Tobias Glagau (Tenor) stehen auch bereits die Solisten fest. Wie genau dann die Sitzverteilung in der Aula des Schulzentrums sein wird und welche Auflagen gelten, das bleibt natürlich noch abzuwarten. Wichtig ist, dass das Konzert überhaupt stattfindet. Denn für den ganzen Chor, ind em Otto Groll immer seine musikalische Heimat gesehen hat, steht eines fest: „Wir wollen ihm dieses Highlight bieten“.