Das Verbreitungsgebiet

Nähe zu Gott

Architektonisch ist die Hl. Kreuz Kirche in Dülmen etwas ganz Besonderes. Eine weite, offene und vor allem schlichte Bauweise soll es den Gläubigen ermöglichen, sich ganz auf Gott zu konzentrieren. „Diese Schlichtheit muss man manchmal auch aushalten“, weiß Pfarrer Peter Nienhaus um die besondere Atmosphäre in seiner Kirche.

Das bedeutet aber nicht, dass der Baumeister Dominikus Böhm, der die Kirche bis zur Einweihung im Jahr 1938 aus Ibbenbürener Bruchstein errichtete, nicht spezielle Akzente gesetzt hat. So bildet der Lichtraum im hinteren Bereich, der für den Himmel steht, ganz bewusst eine Perspektive hin zum Licht, zum Leben nach dem Tod. Dort ist dann auch das Grab der Anna-Katharina-Emmerick zu finden, für das die Kirche auch überregional bekannt ist. Für Pfarrer Peter Nienhaus, der uns zwei Tage vor dem Heiligen Abend einen ganz persönlichen Einblick in die weihnachtliche geschmückte Kirche gibt, war vor allem das Versetzen des Altares im Zuge des Umbaus im Jahr 2005 ein wegweisender Moment. „Dadurch ist eine große Nähe entstanden, auch bei großen Feiern“, so Pastor Nienhaus. Momentan findet sich direkt hinter dem Altar die Krippe, die schon so alt ist wie die Kirche selbst. Dabei lohnt sich ein Blick auf die Herberge, denn diese ist von Franz Hövener dem Geburtshaus der Anna-Katharina-Emmerick in Flamschen nachempfunden. Momentan thront hinter der Krippe der acht Meter hohe Weihnachtsbaum, der in der Kirche mit ihren weiten Räumen besonders gut zur Geltung kommt. Sehr eckig wirkt der Bau, da sticht das einzig runde Bauelement besonders ins Auge. Die Rosette (kl. Foto) aus über 11?800 bunten Teilen über dem Haupteingang soll vor allem beim Verlassen der Messe als Symbol der Weiblichkeit die Maria in den Mittelpunkt rücken. Rund war auch die ehemalige Taufkapelle, von der aber jetzt nur noch Grundrisse im Boden erhalten sind. Ist die Kirche an sich schon eine Besonderheit, wird sie durch ihren Schatz im Untergeschoss noch herausragender. Das Grab der Anna-Katharina-Emmerick lockt stetig Interessierte an, auch hier wurde im Zuge der Umgestaltung die Grabstätte aufgewertet und ein Gedenkraum eingerichtet. Ein weiterer wichtiger Punkt ist für Pfarrer Nienhaus das Kreuz vor eben jenem Lichtraum. „Es strahlt Hoffnung aus, steht an einer Schwelle“. So wie die Menschen irgendwann an der Schwelle des Todes stünden. „Es markiert einen Übergang, hinter dem noch etwas kommt“, so Nienhaus. Die ganze Kirche orientiere sich dabei nach Osten, zum Licht hin. „Es steckt sehr viel Theologie in dieser Kirche“, betont Nienhaus. Das Gott bei allen Gläubigen ankommt, das würde gerade durch die weiten und offenen Räume besonders unterstrichen.