Das Verbreitungsgebiet

Noch kreativer werden

Das Coronavirus setzt Kunst und Kultur besonders heftig zu. Mit kreativen Konzepten wird versucht, aus der Not eine Tugend zu

machen. Der Kunstverein Münsterland, mit Sitz in Coesfeld, hat wie viele andere derartige Institutionen sich vor allem der digitalisierten Präsentation angenommen.

Vor der Pandemie habe sich das Vereinsleben überaus lebendig und rege gestaltet. „Dies zeigte sich in den Begegnungen der Generationen und Kulturen. Der Kunstverein war ein Ort des Diskurses, der kreativen Ideen, der Verbindung durch gemeinsame Interessen und der Freundschaften“, schildert Jutta Meyer zu Riemsloh, Geschäftsführerin im Kunstverein Münsterland. Der Verein habe die Aufgabe, Kultur erlebbar zu machen und Orte des Diskurses für interessierte Menschen zu schaffen. „Aus diesem tiefgreifenden Wunsch resultierte 1995 die Gründung der Stiftung ‚Alter Hof Herding‘ des Unternehmerehepaares Kurt und Lilly Ernsting. Sie schufen eine gemeinnützige, fortdauernde Einrichtung, die sich der Kunst- und Kulturförderung verschrieben hat und an gesellschaftlichen Entwicklungsprozessen mitwirkt. Neben dem Glasmuseum Alter Hof Herding, dem Glasdepot Höltingshof und dem konzert theater coesfeld ist der Kunstverein Münsterland Teil der Ernsting Stiftung ‚Alter Hof Herding‘ und den Zielen der Stiftung verbunden“, erläutert Jutta Meyer zu Riemsloh. Der Kunstverein Münsterland wird durch seine Mitglieder und Vorstand, aber auch durch Nichtmitglieder, durch gemeinnütziges bürgerliches Engagement, ehrenamtliche Mitarbeiter und freie Dozenten im Bereich der Kunstschule getragen. Dabei übernimmt er zwei zentrale Aufgaben. Zunächst wird die Künstlerförderung durch Ausstellungen, Publikationen und Jahresgaben unterstützt. „2015 wurde erstmalig der Kunstpreis Kunstverein Münsterland verliehen, um bundesweit überdurchschnittliche Begabungen zu ehren und interessante Perspektiven und künstlerische Weiterentwicklungen zu fördern und Menschen in der Region Positionen der aktuellen Kunst nahe zu bringen. Die hochdotierte Auszeichnung wird alle drei Jahre vergeben“, hebt die Geschäftsführerin hervor. Die zweite Aufgabe des Kunstvereins liegt im Bereich der Kunstvermittlung. „So richtet sich unser Programm gleichermaßen an interessierte Gelegenheitsbesucher wie an ein Fachpublikum“, unterstreicht Jutta Meyer zu Riemsloh. Führungen, Vorträge, Diskussionsforen, Künstlergespräche, Museums- und Atelierbesuche sowie Kunstreisen begleiten die Ausstellungen mit dem Ziel, einer breiten Öffentlichkeit ein Forum zum Verständnis zeitgenössischer, künstlerischer Fragestellungen und zur Auseinandersetzung mit kunstgeschichtlichen, kulturellen oder gesellschaftlichen Themen zu bieten. Seit Januar 2002 hat der Kunstverein Münsterland ein eigenes Kinder- und Jugendprogramm. „Seit dem Beginn der Pandemie kamen viele Herausforderungen auf uns.“ So sei es nicht einfach gewesen, den Kontakt zu Mitgliedern, dem ehrenamtlichen Team und Interessenten sowie Teilnehmern der Kunstschule zu halten. JuttaMeyer zu Riemsloh: „Hinzu kamen die finanziellen Probleme der Künstler und freien Dozenten. Mit ihnen waren wir im dauerhaften Gespräch, um nach Lösungen suchen und Künstlerförderung zu realisieren.“ Lösungsansätze seien digitale Angebote wir ein virtueller Rundgang auf der Homepage durch die aktuelle Ausstellung, Zoom-Führungen, Online Angebote der Kunstschule und der Newsletter an die Mitglieder. „So gab es einen besonderen Weihnachtsgruß in Form eines kleinen Geschenks – ein Schlüsselanhänger mit unserem Logo.“ Allerdings habe die Jugendarbeit gezeigt, dass nicht alle künstlerischen Themen als digitales Angebot realisierbar sind. Seit der Pandemie habe s Unterstützung für den Kunstverein Münsterland durch die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kunstvereine (ADKV), durch die Stadt Coesfeld und das Jugendamt gegeben. „Wir wünschen uns, dass unser ‚normales‘, reges Vereinsleben wiederkehrt, die Kurse voller unbeschwerter fröhlicher junger Leute sind und wir wieder Kunstreisen unternehmen können“, sehnt sich Jutta Meyer zu Riemsloh auf die Zeit „nach Corona“.