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Auf nach Lönneberga

„Wenn alle alles geben, kriegt man Gänsehaut“: Und dass jeder Spieler

des 44köpfigen Ensembles

hoch motiviert ist, davon ist der musikalische

Leiter, Alexander Kalweit, überzeugt.

Er freut sich nach der sehr intensiven Probenzeit am Samstag auf die Premiere. Denn dann bringt die Freilichtbühne Coesfeld das Familienmusical „Michel aus Lönneberga“ nach dem Buch von Astrid Lindgren auf die Bühne. Und das verspricht viel Witz und Heiterkeit bei Tanz und Musik. Wer kennt die Geschichte nicht? Wo Michel auftaucht, sind Chaos, Spaß und jede Menge Herzlichkeit garantiert. Tage ohne einen verrückten Einfall gibt es bei dem gutmütigen blonden Lausbuben aus Lönneberga nicht. Seine Streiche meint er nicht ernst und sind nie böse gemeint. Kein Tag vergeht, an dem nicht ein verzweifeltes „Micheeeeel“ über den Hof Katthult schallt. So manche Stunde verbüßt er seine Strafe dann im Holzschuppen. Das neue Produktionsteam um Reinhard Brussmann (Regie), Sarah Riedel (Choreographie) und Alexander Kalweit (Musikalische Leitung) hat erstmals auch Rollen doppelt besetzt. So ist „Michel“ doppelt besetzt, aber auch Klein-Ida, Frau Petrell oder auch die Magd Lina. Darauf hatte sich das Produktionsteam nach dem Casting im Januar entschieden. Es gebe so viele tolle, begabte Menschen an der Bühne, erklärte Alexander Kalweit, dass sie sich zu diesem Schritt entschieden haben. Für alle bedeutete das doppelte Arbeit. Kostüme mussten doppelt geschneidert werden oder auch Szenen doppelt geprobt werden. Das Ensemble habe aber auch dadurch gelernt, noch mehr aufeinander einzugehen, so Kalweit. Jeder Spieler agiere anders, bringe seine eigene Persönlichkeit in die Rolle herein. Ein spannendes Projekt ist es! Die beiden 13jährigen Pius-Schülerinnen, Mara Hüls und Lilly von Lochum, verkörpern den Lausbuben „Michel“. Beide stehen erstmals auf der Bühne. Und es war für die Mädchen schon eine Überraschung, die Rolle zu bekommen. Probleme, einen Jungen zu spielen, haben sie überhaupt nicht. „Wir waren zunächst beim Tanzen zu grazil“, erinnert sich Lilly lächelnd. Den Text zu lernen, war für sie kein Problem. Er habe sich schnell während der Proben gefestigt. Was sie vorher unterschätzt habe, dass sie viel Zeit dafür intensivieren musste. Auf die Frage, ob sie auch nach dieser Saison an der Freilichtbühne Coesfeld weitermachen möchte, kommt von ihr ein schnelles „Na, klar!“. Doch jetzt liegen erst einmal viele Vorstellungen vor den beiden 13jährigen Mädchen. Bei der Premierenvorstellung schlüpft Lilly in Rolle von Michel. Mara sitzt dann nicht im Zuschauerraum, auch sie ist auf der Bühne zu sehen – als Schülerin. Eine Szene lieben sie besonders, als Michel versucht, der Magd Lina den schmerzenden Zahn mit einem Faden herauszuziehen. Und viel Atmosphäre bringt das ganze Ensemble auf die Bühne, wenn Sommerfest auf dem Katthulthof gefeiert wird. Dann singen und tanzen alle bei fröhlicher, heiterer, lebendiger und volkstümlicher Musik. Die Premiere des Familienmusicals ist am Samstag (9. Juni) um 15 Uhr.