Das Verbreitungsgebiet

KOMMENTAR - Vom Stamme nimm

Wenn in diesen Tagen die Gehälter der Intendanten der öffentlich-rechtlichen Sender in den Gazetten veröffentlicht werden, dann kann man über die Höhe der Entlohnung nicht nur staunen sondern sich gewaltig ärgern.

Maßlos ist noch eine höfliche Umschreibung des Zustandes, wie sich in diesen Anstalten die Einkommensskalen nach oben geschraubt haben. So verdiente die WDR-Intendantin Monika Piel laut Zeitungsberichten mit lukrativen Nebeneinnahmen rund 400.000 Euro im Jahr. Damit ist sie Spitzenreiterin im Einkommensreigen der Senderchefs. Ein Wahnsinn, noch dazu bezahlt durch ein System, das sich schadlos an den Bürgern hält und ein Entrinnen vor den Häschern der GEZ unmöglich macht. Nicht, dass ich italienische Verhältnisse in diesem Bereich haben möchte, aber ein Überdenken der gesamten Gehaltsskala bei den öffentlich-rechtlichen Sendern ist in Zeiten leerer Kassen zwingend angebracht, ebenso ein Zusammenlegen kleinerer Sender. Wenn sich die Chefs solche Gehälter genehmigen, dürfte der Unterbau dieser Sender nicht weniger maßlos daherkommen. Natürlich wird sich der Eine oder Andere gute Argumente einfallen lassen, um diese Wahnsinnsgehälter zu rechtfertigen. Doch denen sei ein einfacher Vergleich anheimgestellt: Warum verdient die Frau, die an der Spitze des Staates steht, die Bundeskanzlerin (Jahreseinkommen 290.000 Euro), weniger als die Frauen und Männer einiger staatlichen Sender? Ein Unding, das übrigens schon der Kanzlerkandidat der SPD, Peer Steinbrück, anmahnte, dafür aber medial verrissen wurde. Nein, so muss man den Eindruck gewinnen, dass Senderchefs in diesem Land wichtiger sind als die Staatsoberhäupter des Landes.