Das Verbreitungsgebiet

Augen auf die Straße

Mal eben schnell aufs Handy geguckt. „Das darf ich doch“, sagen sich wohl viele Autofahrer. „Nein, das darfst du nicht“, entgegnet der Landrat des Kreises Coesfeld, Dr. Christian Schulze Pellengahr, entschieden. Die Ablenkung am Steuer war ein Thema bei der Vorstellung der Verkehrsunfallstatistik 2015 am Montag in der Kreispolizeibehörde in Coesfeld.

Mal eben schnell aufs Handy geguckt. „Das darf ich doch“, sagen sich wohl viele KREIS COESFELD. So ein Verhalten dürfe nicht toleriert werden, fuhr Schulze Pellengahr fort. Deshalb solle in diesem Jahr der Kontrolldruck deutlich erhöht werden. „Wir kämpfen da gegen ein konditioniertes Verhalten“, sagt Ulrich Kinitz, Direktionsleiter des Bereiches Gefahrenabwehr/ Einsatz bei der Kreispolizeibehörde.

Heißt: Viele Menschen greifen automatisch zum Handy, sobald es bimmelt. Wenn man ein Telefonat dringend führen muss, solle man anhalten. Denn: Die Ablenkung am Steuer ist kein Kavaliersdelikt. Wer mit Handy am Ohr erwischt wird, muss mit mindestens 40 Euro und einem Punkt rechnen. „Viel zu billig“, findet Polizei-Pressesprecher Martin Pollmann.

Auch der Blindflug sei extrem gefährlich. Wer bei 50 Kilometern pro Stunde zwei Sekunden aufs Handy guckt, ist gut 28 Meter unterwegs, ohne zu sehen, was auf der Straße passiert. Viele Zahlen in der Verkehrsunfallstatistik des Kreises Coesfeld haben sich jedoch zum Positiven entwickelt. Im Vergleich zu 2014 wurden in 2015 nur neun Menschen im Straßenverkehr getötet, im Jahr zuvor waren es 18. Die Anzahl der Verkehrsunfälle befindet sich mit 5316 ungefähr im Zehn-Jahres- Schnitt. Bei den Schwerverletzten sank die Zahl von 240 auf 202. Eine hohe oder zu hohe Geschwindigkeit ist oft der Hauptgrund für eine schwere Verletzung.

„Wir wollen an Unfallhäufungspunkten stärker kontrollieren“, kündigt Schulze Pellengahr an. Ein Fokus soll 2016 wieder auf den gefährdeten Gruppen Kinder, Senioren und Motorradfahrer liegen. Die Polizei bietet für Kinder und Jugendliche bereits die Aktionen „Sicherheit durch Sichtbarkeit“ und „Crash- Kurs“ an. Bei den verunglückten Motorradfahrern sei in 2015 aufgefallen, dass viele nicht aus dem Kreis Coesfeld kamen.

Für Senioren soll es eine Reihe von Veranstaltungen zum Thema Sicherheit auf E-Bike und Pedelec geben. Ein neuer trauriger historischer Höchststand wurde hingegen bei den Verkehrsunfallfluchten mit 1025 solcher Fälle erreicht.