Das Verbreitungsgebiet

Ein Stück mehr Sicherheit

Für Dr. Wolfgang Graute ist jede unterbrochene Infektionskette wichtig. In der Tiber- und der Wildpferdapotheke bietet er bereits seit Anfang März kostenlose Corona-Schnelltests an – und zahlt diese aktuell noch aus eigener Tasche.

cht Leute wurden bei uns positiv getestet“, betont er. Die Schnelltests wurden dann im Nachgang durch PCR-Tests bestätigt. „Das ist für eine Stadt wie Dülmen schon eine deutliche Zahl“, so der erfahrene Apotheker und ergänzt: „Ich bin froh und stolz, dass wir das gemacht haben.“ Und das, obwohl ihm einige bürokratische Hürden nach wie vor das Leben schwer machen. So ist es zum Beispiel nicht möglich, den Test auch in seiner dritten Apotheke anzubieten. Dr. Wolfgang Graute fühlt sich der Aussage von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann verpflichtet, der dazu aufgerufen hatte, diese Tests zur Verfügung zu stellen. Dass im Nachgang dann doch alles nicht so einfach war, hat Dr. Graute nicht davon abgehalten, diesen Weg weiterzugehen. „Ich habe direkt 1000 Tests geordert, auf weitere 10?000 habe ich Zugriff.“ Genug Ressourcen also, um jeden Dülmener mindestens einmal in der Woche zu testen. Und das geschieht ganz unkompliziert. Wer sich testen lasse möchte, kann sich direkt in der Apotheke einen Termin holen – auch kurzfristig. An einem Fenster zu einem eigens dafür eingerichteten Raum nimmt geschultes Personal den Test vor. Im Idealfall ist dieser negativ. Sollte – wie bereits in den acht Fällen geschehen – ein Ergebnis positiv sein, wird direkt das Gesundheitsamt eingeschaltet und ein Arzt informiert. Diesen kann der Getestete aufsuchen, um das Ergebnis mittels PCR-Test abklären zu lassen. Im Gegensatz zum Schnelltest zu Hause ist bei Dr. Graute sicher gestellt, dass der Abstrich auch eine gute Probe ergibt. So unangenehm das Prozedere auch ist, so gut lässt sich dann die Virenbelastung erkennen. Tochter Leonie Graute ist Teil des Testpersonals und froh, dass die Aktion so gut ankommt. „Die Leute freuen sich über die Möglichkeit. Wir haben sogar schon kleine Firmen hier gehabt, die ihre Mitarbeiter haben testen lassen.“ Grundsätzlich kann sich jeder testen lassen, ein Alterslimit gibt es nicht. Wichtig ist aber, dass für den Test Symptomfreiheit bestehen muss. Nüchtern muss man für den Test übrigens nicht sein, nur auf spezielle Mundspülungen oder Kaugummis sollte man im Vorfeld verzichten. Dass es wichtig ist, sich auch ohne Symptome testen zu lassen, zeigt der Fall eines 13-jährigen Mädchens. „Das war natürlich ein Schock für das Mädchen, dass wir es positiv getestet haben.“ Und dann greift für die Mitarbeiter viel mehr als nur der Testbetrieb, denn das Mädchen wurde eine Stunde in der Apotheke betreut und nicht mit dem Ergebnis allein gelassen. Ein wichtiger Punkt, denn ein positiver Test sorgt erst einmal für einen Schock. Für Dr. Graute und sein Team ist es selbstverständlich, auch dann einen ärztlichen Ansprechpartner zu finden, wenn nur der Notdienst greifbar ist. Auch hier gab es am Anfang erhebliche organisatorische Hürden, die mittlerweile etwas gelockert wurden. Für Dr. Graute wäre es ein guter und wichtiger Schritt, die Testungen generell auszuweiten. Zum Beispiel durch besondere Testeinheiten in Schulen. Hierfür, gibt er zu Bedenken, sei aber mehr Vorlauf nötig. „Machen kann man alles, aber nicht von jetzt auf gleich“, gibt er zu Bedenken. Natürlich hofft er, dass auch für ihn die Finanzierung der Tests in naher Zukunft geregelt ist, bis dahin will er aber auf jeden Fall in Eigenregie weitermachen. Und Dülmen so ein kleines Stück mehr Sicherheit geben.