Das Verbreitungsgebiet

Von Zitrone bis Rosmarin

Der fünfjährige Jean bewundert die riesige Lichtsäule, die in unterschiedlichsten Farben leuchtet. Seine kleine Schwester Nelly ist ebenfalls fasziniert. Die beiden Kinder sind mit die ersten, die den neuen Snoezelraum im Kinderhaus am Luchtbach gemeinsam mit ihrer Mutter Maureen Orel begutachten.

Nelly, Mutter Maureen und Jean sind fasziniert von der großen Leuchtsäule, die den Snoezelraum dezent erleuchtet. Foto: as

Dülmen. Die Gefahr, dass Kinder einschlafen, besteht eher selten. Vielmehr genießen die Kids im Kinderhaus am Luchtbach die Ruhe, die Entspannungen und die sanften Einflüsse in ihrem neuen Snoezelraum. Am Samstag wurde der kleine, aber so wichtige Raum offiziell mit den Sponsoren von der Behindertenhilfe, der Stadt und der Sparkasse eingeweiht. Leiterin Silke Bruchhaus erinnerte sich, dass es den kleinen Raum bereits vor 17 Jahren gegeben habe - zunächst als Abstellkammer. Im Zuge der ersten Umbauarbeiten hatte man sich gefragt, was daraus werden könne. 

Bei einer Fortbildung in Holland war die Idee schnell gefunden. Ein Snoezelraum sollte es werden. Aber woher das Geld nehmen? Mit den drei Sponsoren wurden die finanziellen Möglichkeiten geschaffen, den Traum vom snoezeln nicht nur für die U3-Kinder wahr werden zu lassen. Was dann folgte, war ein durchaus spannender Prozess, wie Silke Bruchhaus und Heilpädagogin Martina Focks sich erinnern. Es wurden Pläne geschmiedet, wie der doch recht kleine Raum optimal eingerichtet werden könnte, es fanden Beratungen statt und schließlich nahm der Snoezelraum Stück für Stück Gestalt an.

„Snoezeln kommt aus Holland, heißt ursprünglich riechen und dösen und richtet sich in erster Linie an behinderte Kinder“, erläutert Martina Focks beim Pressegespräch. Am Luchtbach ist der Raum aber für alle Kinder da, lässt sich ganz individuell beleuchten und leise beschallen, bietet eine Ruheoase oder die ideale Atmosphäre für eine Massage. Von Zitrone bis Rosmarin reicht die vielfältige Bandbreite der Düfte. Wichtig, so Focks, sei es, dass immer nur ein Reiz zum Einsatz kommt. Dies gilt auch für die Beleuchtung. Ob Discokugel, Strahler oder bunte Ornamente an den Wänden - nahezu alles ist möglich. 

„Ich tu mich hier immer schwer, laut zu sprechen“, fasst Silke Bruchhagen den Reiz des Raumes zusammen. Die Kinder werden dort nie alleine gelassen, eine Erzieherin ist immer anwesend. Der Raum soll animieren, vom schnelllebigen Alltagsleben loszulassen und ganz zu entspannen. Ein Effekt, so versichern Bruchhagen und Focks, den auch die ein oder andere Praktikantin schon gespürt habe.